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Zu: „Warum Atomkraft die Erneuerbaren ausbremst“, vom 3. November

Großkraftwerke nötig

Ich bin immer wieder erstaunt, aber auch erschrocken darüber, was akademisch gebildete Mitbürger im Zusammenhang mit der ideologisch geführten Energiewende von sich geben, um die Leser zu blenden. Keine Antwort auf die im Titel gestellte Frage, stattdessen markige Verlautbarungen, die gegen die Großkraftwerksbetreiber zielen.

veröffentlicht am 25.11.2020 um 18:35 Uhr

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Es scheint so, als würden diese Herren befürchten, dass der Ausstieg aus der Kernkraft doch noch gekippt werden könnte, vielleicht weil der „heiligen Kuh“ Energiewende das Futter in Form von EEG-Förderung ausgehen könnte beziehungsweise uns die Entzauberung der propagierten Energiewende ereilen wird. Zahlen würden schnell die verbreiteten Thesen entlarven.

„Das nachhaltige Energiesystem der Zukunft wird von klimaschonender und kostengünstiger Wind- und Solarenergie getragen“, erklärt der Emmerthaler Institutsleiter Rolf Brendel. Die gehätschelten und getätschelten erneuerbaren Energien werden seit 20 Jahren durch das EEG hoch subventioniert. Sie haben es immer noch nicht geschafft, ohne diese Förderung auszukommen. Damit die EEG-Umlage für 2021, die den Stromverbrauchern aufgebürdet wird, nicht durch die Decke schießt, beabsichtigt die Bundesregierung, mit 11 Milliarden Euro Steuergeldern das EEG-Budget aufzustocken. Somit greift man den Bürgern nicht nur in die rechte, sondern auch in die linke Tasche. Der Aussage von Professor Götz Walter „für eine Verringerung der CO2-Emissionen sind erneuerbare Energien und nicht Nuklearenergie die richtige Strategie“ kann man entgegensetzen, dass die noch am Netz befindlichen Kernkraftwerke in Deutschland eine Einsparung von 55 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr bewirken – das entspricht 17 Prozent der energiebedingten Emissionen und 6 bis 7 Prozent der deutschlandweiten. Die von den sechs Kernkraftwerken erzeugten Strommengen von rund 60 Milliarden Kilowattstunden werden durch fossile Energie ersetzt werden, da es sich um bedarfsgerechte Erzeugungsleistungen handelt. Ab 2023 wird sich Deutschland also vom Klimaziel zur CO2-Einsparung entfernen. „Einzig relativ unflexible Großkraftwerke aus dem fossil-nuklearen Zeitalter passen in dieses System nicht mehr hinein.“ Prof. Dr. Brendel und Dr. Niepelt sei gesagt, dass es die Kraftwerke sind, die es den Erneuerbaren ermöglichen, überhaupt Strom einzuspeisen, da jede Windkraft- und Photovoltaik-Anlage ein stabiles 50-Hertz-Netz benötigt. Wie sieht es mit der Schwarzstartfähigkeit der Erneuerbaren aus, meine Herren? Zu jeder Sekunde muss die Stromerzeugung dem Stromverbrauch entsprechen beziehungsweise sich im Gleichgewicht befinden. Die Großkraftwerke haben erheblich in die Regelfähigkeit investiert, um die Stromversorgung zu sichern und die Koexistenz zwischen Kraftwerken und den Erneuerbaren zu ermöglichen. Die Fähigkeit der Großkraftwerke, Lastgradienten von mehr als 40 Megawatt pro Minute zu fahren, um die stetig schwankenden Stromerzeugungen aus Wind und Sonne auszugleichen, widerlegen ganz klar die Aussage von Professor Brendel.



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