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Kulturpolitiker greift Rosenfeld-Vorschlag auf

Großer Maibaum "ja", trotz großer Probleme

Bückeburg (thm). "Die Initiative von Karl-Heinz Rosenfeld für einen geschälten Baum mit Kranz ist es Wert, genau analysiert zu werden." Findet Jürgen Hockemeier, Vorsitzender des Kulturausschusses im Stadtrat, welcher das jährliche Fest organisiert. Er greift nun Rosenfelds Vorschlag auf, künftig einen hohen, glatt geschälten Baum aufzurichten. Hockemeiers Vorschlag: "Ab 2007 machen wir es anders."

veröffentlicht am 19.04.2006 um 00:00 Uhr

Zunächst entspreche der Maibaum durchaus der in dieser Gegend gepflegten Tradition, beharrt Hockemeier in einer Stellungnahme auf der bisherigen Praxis. Er weiß: "Die Birke gilt als Symbol für den Frühling, sie wurde mit Bändern und Kränzen geschmückt und man tanzte um sie herum." Im Mai machten sich die jungen Männer auf in den Wald, um Birken zu schlagen. Die hätten sie den Mädchen vor die Fenster gestellt und zum Dank dafür Küsse geerntet. "Darüber hinaus ist dieser Baum ein Freiheitssymbol", erinnert Hockemeier an eine symbolträchtige Bedeutung des Brauchs. Der Politiker kommt im Folgenden auf die in Bayern etwas andere Maibaum-Praxis zu sprechen. "Dort ist das in vielen Gegenden Kult", erklärt er, dass dort große Lärchen ausgewählt, geschält, farbig lackiert und bekränzt werden - in der Spitze häufig mit einem kleinen Baum gekrönt. Hockemeier: "Für die jungen Männer wurde es eine besondere Herausforderung, diese Bäume - oft mehr als 20 Meter hoch - aufzustellen und richtigim Boden zu verankern." Vorteil dieser Variante: Ein Maibaum dieser Art vertrockne nicht so schnell wie die Birke und werde nicht so schnell unansehnlich. "Daher ist diese Lösung sicherlich die schönere und bessere", schlussfolgert Hockemeier. Der Baum könne bis in den Sommer hinein stehen bleiben, eventuell erst vor dem Herbstmarkt abgebaut werden. In Bayern finanziere man Maibäume dieser Art über Sponsoren und an ihm angebrachte Zunftzeichen. So weit, so schön, doch es gibt ein Problem. "20 Meter hoch sollte er dann schon sein", meint der Politiker - was zum Transport einen Tieflader erfordere und zum Aufstellen einen mächtigen Kran. Die Transportroute müsse exakt bestimmt werden, ein Statiker das Fundament berechnen, ein Schmied einen Mastfuß konstruieren. Der Marktplatz müsse fürs Maibaum-Fundament umgebaut werden - weshalb Bauamt, Verwaltungsausschuss und Stadtrat zu hören seien. Und wo lagert man solch einen Baum im Winter? Dennoch: "Die Initiative Karl-Heinz Rosenfelds sollten wir aufgreifen und für 2007 eine neue Regelung suchen", findet Hockemeier.

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