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150 Feuerwehrkräfte im Einsatz / Ursache und Schadenshöhe unklar / Werk mehrere Tage geschlossen

Großbrand: Bauerngut-Arbeiter stirbt

Bückeburg (rc). Bei einem Großbrand im Fleischwerk von Bauerngut in Bückeburg ist gestern in den frühen Morgenstunden ein 33-jähriger polnischer Leiharbeiter ums Leben gekommen. Er konnte von den Einsatzkräften drei Stunden nach Ausbruch des Brandes in einem Gang zwischen zwei Arbeitsbereichen nur noch tot geborgen werden.

veröffentlicht am 13.09.2008 um 00:00 Uhr

Mit der Drehleiter und schwerem Atemschutz geht die Feuerwehr Bü

Der Brand war bei Schichtbeginn in der Pökelei ausgebrochen und von einem Mitarbeiter entdeckt worden, der plötzlich starken Qualm aus dem Raucherzeuger dringen sah. Zunächst war nach der Anwesenheitskontrolle gemeldet worden, dass sich kein Mensch mehr in dem Industriekomplex am Hasengarten befindet. Der 33-jährige Arbeiter hatte noch versucht, sich aus dem völlig verqualmten Bereich der Räucherei/Pökelei zu retten. Im Gegensatz zu seinen 50 Kollegen, die sich zu Schichtbeginn im Gebäude befanden, schaffte er es aber nicht mehr. Die Obduktion ergab eine Rauchvergiftung als Todesursache. Die Feuerwehr Bückeburg war gestern mit ihren gesamten Kräften - 150 Mann - im Einsatz und hatte das Feuer gegen 6.10 Uhr unter Kontrolle. Aufgrund der starken Qualmentwicklung konnte das Gebäude nur mit schwerem Atemschutz betreten werden. Die Gebäudehülle wurde durch den Brand nicht in Mitleidenschaft gezogen. Da zunächst der Verdacht bestand, dass Schadstoffe ausgetreten sind, wurde die Bückeburger Bevölkerung aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Wegen Qualm und Rußes durfte das Gebäude den ganzen Tag über nicht betreten werden. Erst heute kann die Polizei die Ermittlungen zur Brandursache aufnehmen. Vermutet wird aber ein technischer Defekt. Wie hoch der Schaden ist, konnte ein Unternehmenssprecher noch nicht beziffern. Das Werk wird für "mehrere Tage" geschlossen, die Mitarbeiter werden bis dahin nach Hause geschickt. Bauerngut ist eine hundertprozentige Tochter der Edeka-Gruppe und beliefert mit Fleisch- und Wurstwaren Verbrauchermärkte im gesamten Norden und Westen Deutschlands. Um die Produktionsausfälle zu kompensieren, erhöhte Edeka noch am gestrigen Vormittag die Produktion in anderen Fleischwerken der Gruppe. Seite 9

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