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Auetaler Nabu-Gruppe schneitelt Kopfweiden am Klärwerk / Weidenruten als Baumaterial

Groß und Klein im Einsatz für die Natur

Bernsen (la). Das Schneiteln der Kopfweiden am Klärwerk Bernsen gehört zu den traditionellen Winterarbeiten des Naturschutzbundes (Nabu) Auetal. "Aber so viele Helfer hatten wir noch nie. Wir haben diesmal sechs Kopfweiden geschafft", freute sich Gisela Wittmann nach der Aktion am Sonnabend. Acht Erwachsene und fünf Kinder hatten sich warm gekleidet eingefunden, um den Kopfweiden mit Sägen, Ast- und Rosenscheren zu Leibe zu rücken.

veröffentlicht am 12.02.2007 um 00:00 Uhr

Ein gemeinsamer Einsatz, der Spaß macht: Groß und Klein rücken d

Die kräftigen Männer standen mit Motorsägen an den Weidenköpfen und sägten die Weidenruten ab, die dann mit den Ast- und Rosenscheren von den kleinen Ästen befreit und auf Anhänger verladen wurden. "Du musst die kleinen Zweige alle abschneiden", belehrte Helen McGinty ihren Bruder Connor, der eifrig mit der Rosenschere hantierte. "In diesem Jahr schneiteln wir die Kopfweiden nicht nur aus Naturschutzaspekten, sondern auch, um die Weidenruten als Baumaterial nutzen zu können", berichtete Gisela Wittmann. Auf einem Spielplatz in Rehren soll ein Weidentipi gebaut werden und der Nabu will am Klärwerk in Rehren einen Zaun bauen. "Der alte Zaun wurde vom Sturm zerstört", erläuterte Gisela Wittmann. Die Kopfweiden sind nur durch Zutun des Menschen entstanden. Und zwar durch den regelmäßigen Rückschnitt der Weiden, die hierdurch nach einigen Jahren die typische Form mit einem etwa zwei Meter hohen Stamm und einem darauf aufsitzenden verbreiterten "Kopf" bilden. Die aus den Schnittstellen am Kopf jedes Frühjahr neu austreibenden biegsamen Äste wurden früher als Material für Zäune, Weidenkörbe und Werkzeugstiele geerntet - schon aus diesem Grund wurden die Bäume somit regelmäßig geschnitten. Heute werden Kopfweiden kaum noch wirtschaftlich genutzt. Der Nabu setzt sich aber für den Erhalt der Bäume ein, die zahlreichen Tierarten einen Lebensraum bieten. "In den Köpfen, wo im Frühjahr frische Zweige sprießen, leben unzählig viele verschiedene Insektenarten, und auch Vögel nisten dort", erläutert Gisela Wittmann. Auch die in ihrem Bestand bedrohten Fledermäuse finden in den häufig hohlen Stämmen Unterschlupf und Nistgelegenheit. "Der regelmäßige Pflegeschnitt ist notwendig, da die Bäume sonst auseinander brechen würden", macht Wittmann deutlich. Im Anschluss an die Arbeit trafen sich alle Helfer beim Stützpunkt des Nabu in Rehren, grillten Würstchen und nahmen heiße Getränke zu sich. In gemütlicher Runde wurden die nächsten Einsätze besprochen. Am Sonnabend, 17. Februar, treffen sich die Naturschützer um 10 Uhr am Klärwerk in Rehren, um aus den Weidenruten den neuen Zaun zu bauen. "Helfer sind uns immer willkommen", so Wittmann.

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