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Siebenjähriger Junge und elfjähriges Mädchen werden tagsüber in Jugendhilfe-Einrichtung betreut

Größte Sorge gilt jetzt den Kindern der Familie B.

Hohenrode (crs). Die Mutter ist tot, der Vater in Untersuchungshaft - was wird jetzt aus den Kindern? Vier Tage nach dem tödlichen Ehestreit am Liethweg gilt die Sorge vor allem dem siebenjährigen Sohn und der elfjährigen Tochter der Familie B., die den Angriff des Vaters auf ihre Mutter mitangesehen hatte. Die minderjährigen Kinder sind weiter bei Verwandten untergebracht, werden tagsüber aber in einer Jugendhilfe-Einrichtung betreut.

veröffentlicht am 21.02.2007 um 00:00 Uhr

Die Wohnung der Familie B. am Montagnachmittag: Spezialisten sin

"Auf die Bitte desälteren Bruders hin sind die Kinder in Absprache mit dem Jugendamt des Landkreises Tagesgäste bei uns", bestätigt der Leiter der Einrichtung. Der 18-jährige Bruder hatte sich in seiner Sorge um die jüngeren Geschwister von sich aus an die Einrichtung gewandt - bis zum vergangenen Sommer hatte er selber hier gewohnt, noch immer hält er guten Kontakt. "Er hat eine tolle Entwicklung vollzogen", sagt der Leiter über seinen früheren Schützling. Völlig unbürokratisch hat das Team der Einrichtung die traumatisierten Kinder in ihre Tagesgruppe aufgenommen. Der Siebenjährige und die Elfjährige gehen hier vormittags zur Schule, essen gemeinsam mit anderen Kindern zu Mittag und werden nachmittags unter anderem vom Psychologen der Einrichtungbetreut. Nur zum Schlafen sind sie bei ihren Verwandten. Langfristig können die Kinder aber nicht bei ihren Verwandten leben. Nach Einschätzung der drei volljährigen Brüder wären diese schon aus gesundheitlichen Gründen mit der Betreuung überfordert. Aus diesem Grund will das Jugendamt eine so genannte "längerfristige Jugendhilfemaßnahme" in die Wege leiten - was bedeuten würde, dass die Kinder dann auch im Heim leben würden. Wie lange dieser Prozess auch dauern mag, für die Kinder sei gut gesorgt, verspricht der Heimleiter: "Sie können bei uns so lange bleiben, wie es nötig ist."

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