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SPD-Bürgermeisterkandidat weist Vorwurf der alleinigen Verantwortung für „Kurpleite“ zurück

Grießner tritt nur für eine Wahlperiode an

Salzhemmendorf. „Dass Karl-Heinz Grießner nicht nur Freunde in der SPD hat, ist bekannt. Das war eine ehrliche Abstimmung. Und das finde ich gut.“ So kommentierte das langjährige SPD-Mitglied Christian Dimke am Mittwochabend im Okal-Café in Lauenstein das Ergebnis der Abstimmung über die Nominierung von Grießner zum Bürgermeisterkandidaten des Ostkreis-Fleckens. Der SPD-Politiker, der Nachfolger des schwer erkrankten Bürgermeisters Martin Kempe werden will, musste acht Nein-Stimmen von den 35 anwesenden SPD-Mitgliedern und auch zwei Enthaltungen hinnehmen. „Damit war zu rechnen“, erklärte Grießner am Rande der Nominierungskonferenz. „Das Ergebnis kann ich akzeptieren. Wenn ich nur mit einer Stimme Mehrheit nominiert worden wäre, hätte ich die Wahl nicht angenommen.“

veröffentlicht am 14.02.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 31.03.2014 um 14:09 Uhr

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Grießner, derzeit einer der beiden stellvertretenden Bürgermeister des Fleckens, hatte vor der Abstimmung betont, er werde schon aus Altersgründen nur für eine Wahlperiode kandidieren. Das habe Vorteile in zweierlei Hinsicht. „Zum einen kann ich den notwendigen strukturellen Um- und Neugestaltungsprozess frei und losgelöst von irgendwelchen Ängsten und Rücksichten auf eine Wiederwahl angehen.“ Zum anderen seien so Zeit und Gelegenheit gegeben, einen Generationswechsel einzuleiten.

Neue Wege will Grießner für den Fall seiner Wahl zum Bürgermeister in der interkommunalen Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden gehen. Konkret nannte er dazu „die gemeinsame Aufgabenerfüllung mit dem Flecken Coppenbrügge beispielsweise im Bereich des Bauhofes, der Personalverwaltung, der Finanzverwaltung, der Jugendpflege, des Tourismus und des Öffentlichen Personennahverkehrs“.

Sollte es zu Fusionen mit anderen Gebietskörperschaften, wie im Falle Duingen und Gronau, kommen, fordert Grießner die Einbindung aller Bürger bei einer Entscheidung. Aber er wolle bei dieser Frage lieber mitschieben, „als dass ich irgendwann vom Landesgesetzgeber geschoben werde“. Zum Thema Schule und Bildung betonte der Kommunalpolitiker, dass angesichts sinkender Schülerzahlen darauf geachtet werden müsse, „dass unser Bildungsangebot vor Ort, von der Krippe bis zum Abitur, auch in Zukunft erhalten bleibt“.

Zu der neuerlich entflammten Diskussion bezüglich seiner Rolle bei der „Kurpleite“ vor 20 Jahren erklärte Grießner, dass er als damaliger ehrenamtlicher Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der Kurbetriebs-GmbH eine politische Mitverantwortung getragen und diese auch übernommen habe. „Falsch ist jedoch, dass ich diese Verantwortung allein zu tragen hätte.“ Bis auf wenige Ausnahmen seien damals alle Entscheidungen einmütig oder mit großer Mehrheit auch von den Akteuren der anderen politischen Lager getroffen worden.

Wichtig ist Grießner, dass in Salzhemmendorf künftig wieder mehr gestaltet als nur verwaltet wird. Als Bürgermeister sehe er sich „als Brückenbauer zwischen der Bürgerschaft, dem Gemeinderat und der Verwaltung“. Gespräche will er mit allen Gruppen und Parteien führen.

Karl-Heinz Grießner will Bürgermeister des Fleckens Salzhemmendorf werden. Bei der Abstimmung über seine Nominierung gab es auch acht Nein-Stimmen.wft

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