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Keine steht so für Romantik, wird für so viele Flitterwochen gebucht wie die Kykladen-Insel Santorin

Griechenland wie aus dem Bilderbuch

Sie passen auf den ersten Blick nicht mehr ganz in die Zeit. Trotzdem gibt es noch etwa 250 auf dieser Insel. Ihre Besitzer verdienen gut an ihnen, vermieten sie für bis zu 50 Euro pro Tag. Und das nicht an die vielen Fremden, sondern an Einheimische: an die, die an schwierigster Stelle bauen wollen. Die Maulesel sind es, die Santorins gewagte Bauvorhaben möglich machen – Hotels am Abhang, Restaurantterrassen über dem Abgrund in Oia, in Firostefani und Imerovigli. Und das mit bestem Blick aus bis zu 300 Meter Höhe herab auf den gewaltigen wassergefüllten Krater, auf die vorgelagerten Inseln Thirassia, Nea und Palea Kameni. Und auf den Sonnenuntergang!

veröffentlicht am 24.04.2009 um 09:39 Uhr

Dafür fliegen manche um die halbe Welt: Sonnenuntergang über dem

Autor:

Helge Sobik

Romantikkulisse von den drei Orten aus

Denn vor allem deswegen kommen Gäste aus aller Welt und sind bereit, zehn Euro für ein gutes Glas Wein, 18 für einen Salatteller, und manchmal mehr als 300 für ein Zimmer zu zahlen. Sie kommen wegen der besonderen Aussicht von jenen drei Bilderbuchorten aus, sie sind da wegen jenes Romantik-Set-ups, das kein Hollywood-Filmemacher schöner inszenieren könnte.

Santorin, eine halbe Flugstunde von Athen entfernt und erst durch einen gewaltigen Vulkanausbruch vor rund 3600 Jahren in seine Form gepresst, ist die Kykladen-Insel der Frischvermählten, Urlaubsziel von Träumern, Romantikern, Verliebten: weil die Kulisse stimmt. Weil sich schneeweiße Quaderhäuser und hellblaue Kuppeln an den Kraterrand klammern.

Tief unten zerschneiden Kreuzfahrtschiffe und stattliche Privatjachten die spiegelglatte See. Und abends ist es die Sonne, die im Tiefflug an Thirassia vorbeizieht und als glutroter Feuerball kitschig-schön an der Westspitze vor Oia im Meer versinkt. Im Hochsommer sind es viele, die auf der Steilküstenseite der Insel diesen Zauber suchen – die Passagierscharen der manchmal zeitgleich fünf Kreuzfahrtriesen auf Reede, die Tagesausflugstouristen aus dem Badeort Kamari an der gegenüberliegenden Inselseite. Sie stehen sich beim Träumen gegenseitig im Weg.

Bilderbuch-Griechenland: Oia thront 300 Meter hoch über der Ägäis auf der Steilküste (oben). Romantisch auch die Höhlenhotels mit ihrem reduzierten Design).

In der Nebensaison bis Mitte Juni und ab September ist das anders. Da entfaltet diese Insel ihr Flair. Und diejenigen, die als Hotelier, Gastwirt oder Fremdenführer daran teilhaben, haben wieder Zeit für einen Plausch – und erzählen, was sie an ihrer Insel so lieben.

Joy Kerluke stammt aus Vancouver, ist seit 20 Jahren hier, kam der Romantik und blieb der Liebe wegen. Sie verguckte sich in den Fischer Dimitri und eröffnete eine Taverne mit ihm. Abseits vom großen Rummel an der Kaimauer des alten Fischerhafens Ammoudi: das letzte Haus, bevor die Felsen beginnen. Das Mittelmeer schwappt nur fußbreit von den Tischbeinen entfernt. Es duftet nach gegrilltem Hummer, nach Barrakuda mit frischen Kräutern.

„Der Sonnenuntergang hier ist spektakulär“

Wenn sie die Stille genießen möchte, steht Joy morgens früh auf, läuft den schmalen Pfad am Felsrand, der neben ihrer Taverne beginnt, bis zum Ende – und badet allein im 22 Grad warmen Mittelmeer: „Du siehst von dort aus niemanden. Der Sonnenuntergang auf Santorin ist spektakulär – aber ich liebe vor allem ihren Aufgang.“

Paris Sigalas ist die Tageszeit egal – Hauptsache, er ist in der Nähe seiner Reben. Sein Lieblingsplatz ist vor der Kirche von Kira Panagia auf einer Anhöhe – weil er Gott nahe sein kann. Und weil er von dort aus sein Weingut überschauen kann. 300 000 Flaschen, vor allem kräftig-harzigen Asirtiko-Athiri und süße Dessertweine, produziert der Winzer jedes Jahr. Zu seinen Kunden gehört sogar Spitzenkoch Alain Ducasse – und Hotelier Kostis Psychas, dessen Höhlenhotel keine drei Kilometer entfernt ist. Gewohnt wird in Kostis Psychas Flitterwochen-Resort wie vor Hunderten von Jahren: in Höhlen, die in den Fels gegraben sind. Anfang der achtziger Jahre begann er mit Vater und Mutter, einstige Vorratskammern im Fels zu restaurieren. Nach und nach wurden sie mit vielen Ideen und mit ganz viel weißer Farbe in eine Oase der Stille verwandelt – nur ein paar Schritte abseits vom größten Ferienrummel.

Santorin: Die südlichste Kykladen-Insel (90 Quadratkilometer, rund 13 500 Einwohner) ist das neben Mykonos am besten erschlossene Eiland des Ägäis-Archipels. Badetourismus konzentriert sich auf die Strandorte der Ostküste, während die Westküstenorte Oia, Imerovigli, Firostefani und Fira die teureren Quartiere mit Aussicht hoch oben an der Steilküste bieten.

Anreise: Flüge mehrmals pro Woche überwiegend via Nürnberg nach Santorin mit Air Berlin (www.airberlin.com), Tickets realistisch ab rund 220 Euro. Außerdem mehrmals täglich Flüge mit Aegean Airlines (www.aegeanair.com) von Athen aus.

Weitere Informationen: Griechische Zentrale für Fremdenverkehr, Neue Mainzer Straße 22, 60311 Frankfurt, Tel. (0 69) 2 57 82 70. www.gnto.gr



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