weather-image
Marinemusikkorps Nordsee zieht die Zuhörer im ausverkauften Rathaussaal zweieinhalb Stunden lang in seinen Bann

Grenzgang zwischen Swing, Pop, Marsch und Musical

Bückeburg. Die Werke hießen "Blaue Jungs", "Csárdás" oder "James Last Medley". Schon damit signalisierte das Marinemusikkorps Nordsee beim Benefizkonzert im ausverkauften Rathaussaal: "Gute Unterhaltung!". Auf Moll-Episoden musste das vom Lions Club Port Westfalica "Judica" eingeladene Publikum lange warten. Kein Wunder, denn "Judica"-Organisatorin Heidrun Schröder hatte ja auch zu einer Veranstaltung mit frischer Brise gebeten, deren Erlös für den Förderverein "Via" bestimmt ist. Dieser setzt sich in Bückeburg und Umgebung für die Einrichtung eines Hospizes ein.

veröffentlicht am 17.11.2006 um 00:00 Uhr

"Volle Kraft voraus!!!": Das Marinemusikkorps Nordsee spielt im

Autor:

Dietlind Beinßen

Der zweieinhalbstündige Grenzgang zwischen Swing, Pop, Marsch, Musical und Operette zeigte eindrucksvoll, dass bei Fregattenkapitän Lutz Bammler und seiner 45-köpfigen Crew nicht nur vielseitig, sondern auch auf hohem Niveau konzertiert wird. Den für diese Art von Show typischen "Kessel Buntes" wollten die Mitwirkenden den potentiellen Spendern nicht zumuten. Eher eine prall gefüllte Schatztruhe voller melodischer Perlen. So etwa die mit Charme und zügigen Tempi servierten Märsche "Florentiner", "Kameraden auf See" und der "Ägyptische". Warm wie auf einem Kuschelteppich breiteten zwei Saxophonisten im weiteren Programmverlauf das erotisch angehauchte Harlemschmankerl aus, um gleich danach noch mit zwei anderen Kollegen in "Four Brothers" Fetziges zu präsentieren. Pointengenau von ihrem Dirigenten angeleitet, entführte die "musikalischen Botschafter in Blau" ihre Zuhörer darüber hinaus in die weitläufigen Ausdruckswelten von Klaus Doldingers Filmmusik zu "Das Boot", verliehen dem Lloyd-Webber´schen "Phantom der Oper" mit samtig-satten Sound eine Frischzellenkur und sorgten gespürvoll dafür, dass die Klanglandschaften der Ouvertüre zur "Schönen Galathée" erblühen konnten. Einmal inspiriert für Dutzende von Nuancen, entwickelten sie später das zum Mitsingen auffordernde "In the Morning" und ein an James-Last-Kompositionen angelehntes "Seemann-Ahoi- Arrangement" zu Rundumwohlfühlpaketen. Zum Finale gab es gute Laune in Parkett und Rang und eine Menge Beifall, für den sich die Wilhelmshavener mit dem reizenden "Kleinen Zapfenstreich der Marine" bedankten.

Die Zuschauer klatschen kräftig mit und amüsieren sich köstlich
  • Die Zuschauer klatschen kräftig mit und amüsieren sich köstlich

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare