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Vor Gericht: Jugendhaft von 16 Monaten für einen Schläger

Grausam! Behinderten krankenhausreif geschlagen

Bückeburg (ly). Mit unfassbarer Brutalität haben zwei junge Burschen in der Bückeburger City einen alten Mann verprügelt und übel zugerichtet. Das Opfer, ein stadtbekannter Behinderter (66), hätte tot sein können. Die Schläge und Tritte hatten zu diversen Verletzungen geführt, darunter Brüche beider Jochbeine und der Nase. Das Gesicht sah aus wie ein einziger Bluterguss. Für zehn Tage musste der 66-Jährige ins Mindener Klinikum, wo er gleich operiert wurde. Angst wird bleiben, aber vielleicht sind die gestern gefällten Urteile des Bückeburger Jugendschöffengerichts wenigstens ein schwacher Trost.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 09:48 Uhr

Ein Angeklagter muss wegen Körperverletzung 16 Monate in Jugendhaft, der andere hat weniger Vorstrafen und kommt mit neun Monaten auf Bewährung davon. "Durchtrieben, grausam und hinterlistig", fasste Richter Dr. Dirk von Behren zusammen. "Schlimmer geht es nicht." Staatsanwalt Dr. Malte Rabe von Kühlewein sprach von einer "monströsen, unfassbaren Tat", die "an Brutalität kaum zu überbieten" sei. Die Täter nannte er gefühllos und unbarmherzig. Dem Opfer sprach das Gericht 1500 Euro Schmerzensgeld zu. Sonntag, 18. Februar. Morgens gegen sechs Uhr verlassen die zwei Heranwachsenden, beide 19 Jahre alt und eher schmächtig, einen Bückeburger Disko-Club. Auf der Straße treffen sie den Behinderten. Einer der Burschen ärgert sich noch immer, weil er eine Woche zuvor Streit in einem Portaner Tanztempel hatte. Zum Abbau von Frust kommt der Wehrlose gerade recht. Der 66-Jährige fragt die Burschen, ob sie ihm seine Jacke zumachen können. Dafür bekommt er einen Faustschlag ins Gesicht, doch dies ist nur der Anfang. Zwar gehen die Schläger zunächst weiter, aber nach ein paar hundert Metern überlegen sie es sich anders und kehren zurück. Der alte Mann, mittlerweile vor einem Kaufhaus an derselben Straße angelangt, wird gefragt, ob er Geld haben möchte, und erhält tatsächlich ein paar Cent. Sofort folgen weitere Schläge. Als das hilflose Opfer bereits auf allen Vieren in seinem Blut kauert, setzt es mindestens einen Tritt an den Kopf. Die Peiniger müssen Spaß an der Tortur haben, denn einer feuert den anderen an. Beim Osterfeuer der Bergdorfer Feuerwehr tritt einer von ihnen sieben Wochen später erneut in Erscheinung. Am Bratwurststand bekommt ein Mann unvermittelt einen Kopfstoß. Für diese Körperverletzung, eingestuft als fahrlässige Tat, wurde der 19-Jährige gestern ebenfalls verurteilt. Nur drei Monate vor der ersten Wiederholungstat war gegen den einschlägig vorbestraften Schläger ein halbes Jahr Jugendstrafe auf Bewährung verhängt worden, verbunden mit Auflagen wie 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit (wir berichteten). Nach der Partie Deutschland gegen Italien, einem Halbfinale der Fußball-WM, hatte er im Juli vergangenen Jahres in der Bückeburger Innenstadt mehrere Passanten verprügelt.



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