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Grafik erzeugt verzerrtes Bild

In Ihrem Artikel „Angst vor der zweiten Welle“ verwenden Sie eine Grafik, in der die absoluten Zahlen der täglich neu Infizierten angezeigt werden (im Vergleich zu den Infizierten in Singapur). Nun ist inzwischen allgemein bekannt, dass die Anzahl der Testungen wesentlich ist, um aus diesen Zahlen überhaupt eine Aussagekraft abzuleiten. Die Zahl der Testungen wurde über Wochen kontinuierlich gesteigert, alleine deshalb ergibt sich natürlicherweise eine steigende Anzahl der Infizierten. Auf diesen Umstand haben immer wieder Mathematiker und Statistiker hingewiesen, u. a. Prof. Gerd Antes.

veröffentlicht am 15.05.2020 um 21:15 Uhr

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Zu: „Angst vor der zweiten Welle?“, vom 29. April

Die Prozentuierung, die vom RKI selbst vorgenommen wurde, ergibt ein anderes Bild: Bis zur 10. KW waren 3,1 Prozent der Getesteten positiv, der Höhepunkt der Infektionswelle war in der 14. KW, da betrug der Prozentsatz 9 Prozent. Bis vor ein paar Tagen war diese Tabelle offen auf der Seite des RKI zugänglich, heute nicht mehr.

Allerdings habe ich sie unter dem Link www.tagesschau.de/investigativ/corona-tests-rki-101.html wiedergefunden, sie enthält die Zahlen bis zur 17. KW. Seit der 14. KW sinkt die Anzahl der Infizierten kontinuierlich. Würde man diese Prozentzahlen als Kurve zeichnen, wäre diese nicht annähernd so steil. Mit den Grafiken, wie Sie diese verwendet haben, wird ein verzerrtes Bild erzeugt (enormer Anstieg der Anzahl der Infizierten).

Von einem seriösen Journalismus wünsche ich mir ehrlich gesagt mehr Sorgfalt. Ein anderer Punkt ist der im Moment immer wieder verwendete Begriff des Reproduktionswertes. Wie wird denn dieser Reproduktionswert überhaupt ermittelt? Liegen diesem valide Zahlen zugrunde oder handelt es sich vielmehr um Wahrscheinlichkeitsrechnungen?

Gerade in dieser Zeit, in der viele Menschen sehr verunsichert sind, finde ich es ausgesprochen wichtig, sehr gründlich zu recherchieren.



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