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Experte analysiert Tourismus in Hessisch Oldendorf und Rinteln / Aufbau eines Netzwerks vorgeschlagen

Gräbner: Noch wird viel nebeneinander her gearbeitet

Rinteln (wm). Die Städte Rinteln und Hessisch Oldendorf wollen Tourismuswerbung wie Marketing künftig gemeinsam gestalten. Voraussetzung dafür sei eine teilweise Umstrukturierung in der Verwaltung wie die Bereitstellung der dafür notwendigen Finanzen, machte Tourismusexperte Matthias Gräbner in der letzten Woche den Mitgliedern der Fachausschüsse aus Rinteln wie Hessisch Oldendorf in einer Sitzung im "Schaumburger Ritter" auf der Schaumburg deutlich.

veröffentlicht am 12.09.2007 um 00:00 Uhr

Matthias Gräbner: "Aus guten Ideen ein buchbares Angebot machen.

Vorgestellt wurde eine Kooperationsvereinbarungüber eine interkommunale Zusammenarbeit zwischen beiden Städten im Bereich Tourismus, die von den Ausschussmitgliedern akzeptiert worden ist, jetzt aber noch von den Räten der Städte beschlossen werden müsste. Matthias Gräbner, der über ein Jahr im Rahmen eines Leader-Plus-Projektes in Rinteln und Hessisch Oldendorf die touristischen Organisationsstrukturen auf ihre Schwächen und Stärken untersucht hat, stellte in einem einstündigen Vortrag seine Ergebnisse vor. Bringt man die vorsichtig formulierten Erkenntnisse Gräbners auf einen Nenner, heißt sein Fazit: In einem "Gestrüpp" von Strukturen wird in beiden Städten viel nebeneinander her gearbeitet. Gleichzeitig sind Aufgaben in die Verwaltung verlagert worden, für die das Personal weder fachlich ausgebildet ist noch Zeit genug hat, diese Aufgaben befriedigend zu erledigen. Andererseits herrschtunter "Leistungsträger" im Tourismus, also an der Front, häufig Konkurrenzdenken. 70 Interviews, berichtete Gräbner, habe er geführt. Im Pensions- wie Hotellerie- und Gaststättenbereich gibt es Nachholbedarf bei der Modernisierung und den Standarts. Es sei notwendig, so Gräbner, Netzwerke aufzubauen, Entscheidungen zu "versachlichen" und eine Erfolgskontrolle einzuführen. Der Gast müsse "Ausgangspunkt aller Interessen und Überlegungen werden" nicht die "Eigenheiten der jeweiligen Verwaltung". Andererseits habe Rinteln wie Hessisch Oldendorf mit Schillat-Höhle, Draisine, Weser, Wandern in den Wäldern und dem Weserradweg noch Potential für eine Steigerung beim Wochenend- wie Tagestourismus. Sein Vorschlag: Der Aufbau einer gemeinsamen Touristikmarketingstelle mit einem Tourismusmanager an der Spitze. Ob das Projekt am Ende Erfolg habe, sei davon abhängig, ob es gelinge, möglichst viele touristische Leistungsträger mit an den Tisch zu holen. Ein erster Schritt dafür sei die Bildung eines Marketingausschusses. Langfristig sollte man sich auch um weitere Partner bemühen. Extertals Bürgermeister Hans Hoppenberg zeigte sich hier zumindest im Grundsatz durchaus interessiert. Die Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz (Rinteln) wie Harald Krüger (Hessisch Oldendorf) begrüßten Gräbners Analyse wie Vorschläge, ohne die grundsätzliche Frage wie finanziert man das, zu verdrängen. Buchholz wie Krüger hoffen jetzt auf Landeshilfe oder andere EU-Töpfe.



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