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Ratsausschuss für Kultur und Fremdenverkehr im Landesmuseum / Probleme über Probleme / Ohne hauptamtlichen Leiter

"Gordischer Knoten und Quadratur des Kreises"

Bückeburg (bus). In der jüngsten Sitzung des Ratsausschusses für Kultur und Fremdenverkehr (KFA) ist mit erschreckender Bestimmtheit die derzeitige Situation des Landesmuseums deutlich geworden. Den Ausführungen von Dr. Wolfgang Vonscheidt zufolge, der dem als Träger des Museums fungierenden Schaumburg-Lippischen Heimatverein vorsitzt, gleicht die momentane Lage der Herausforderung, der Quadratur des Kreises und der Auflösung des Gordischen Knotens gleichzeitig Herr zu werden.

veröffentlicht am 22.06.2007 um 00:00 Uhr

Der Ausschuss für Kultur und Fremdenverkehr tagt im Saurierkelle

Angesichts dieser Herausforderung mag den Vertretern des Vereins die Schlussbemerkung des KFA-Vorsitzenden Albert Brüggemann "wir müssen das Problem in unsere Politik tragen ... versprechen können wir aber nichts" wie fernes Echo des Horneberger Schießens in den Ohren geklungen haben. Immerhin: Dass die Politiker sich überhaupt für die Belange des 1905 eröffneten Hauses interessierten, komme einem positiven Zeichen gleich, bemerkte Vonscheidt. Und: Während der im Saurierkeller des Landesmuseums anberaumten Sitzung verzeichnete der Heimatverein fünf Spon-tanbeitritte. Das spült der Gemeinschaft mindestens 75 Euro in die klamme Kasse - allerdings nur sofern die Beitrittswilligen auf den musealen Vordrucken den Begriff "DM" durch "Euro" ersetzt haben. Vonscheidt stellte die Not des Hauses als vierfache, parallel zu bewältigende Aufgabe dar. Räumlich: Speziell die Klimatisierung betreffend, präsentiere sich das Gebäude hinsichtlich konservatorischer Gegebenheiten als "völlig unzureichend". Vonscheidt: "Die Trachten haben Stockflecken, viele Sachen vergammeln." Finanziell: Die Stadt gibt pro Jahr 4 800 Euro (was in etwa die Heizkosten des früheren Burgmannshofes deckt), die das Kulturgeld des Landkreises verteilende Schaumburg Landschaft gegenwärtig 4000 Euro. Damit stehe die Einrichtung "alles andere als rosig" da. Personell: Dem Heimatverein gehören knapp 1200 Mitglieder an. Trotzdem sei der Vorstand wegen Desinteresses der Mitglieder nicht in der Lage - das räumte der Vorsitzende durchaus selbstkritisch ein - die Mitglieder zu zusätzlichem ehrenamtlichen Engagements zu bewegen. Strukturell: Auch hier sparte Vonscheidt nicht mit Selbstkritik. Die Ausstellungen und Präsentationstechniken kämen wenig zeitgemäß daher. Der Vorsitzende: "Wir sind museumspädagogisch völlig falsch aufgebaut." Die dreigeteilten Verbesserungsvorschläge des Berichterstatters - Entwicklung des Museums zu einem Veranstaltungs- und Informationszentrums, jährlich wechselnde Sonderausstellungen, Dauerausstellung Schaumburg-Lippischer Landesgeschichte - riefen Carsten Reuß auf den Plan. Der hauptberuflich im Mindener Preußen-Museum tätige Experte brachte den Gordischen Knoten ins Spiel. Ohne eine zukünftig erforderliche Zertifizierung werde "gar nichts laufen". Soll heißen: Die von einigen Ausschussmitgliedern nachgefragten EU-Fördertöpfe bleiben dem Landesmuseum von vornherein verschlossen. Ohne hauptamtlichen Leiter, über den alle anderen namhaften Museen des Landkreises verfügen, sieht es für den Fortbestand des Bückeburger Hauses zappenduster aus. Reuß: "Hier scheitert alles schon in den Ansätzen." Es gibt aber auch kleine Lichtblicke. So sollen vermehrt Kinder ins Museum gelockt werden. Bericht unten



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