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Harald Deiters tüftelt weiter am Verfahren zum Lösen von Gold aus Elektroschrott

Goldwäscherei in der heimischen Küche

Bückeburg (rc). Harald Deiters ist einer von diesen Tüftlern, die noch aus Schrott Gold machen können. Bei Harald Deiters stimmt es im wahten Sinne des Wortes. Der Bückeburger hat bei sich im Keller, der Garage und der Küche ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Gold aus Comp utern, Waschmaschinen oder anderen elektrischen oder elektronischen Geräten herauslösen lässt.

veröffentlicht am 16.01.2008 um 00:00 Uhr

"Goldwäscherei" in der Küche: Harald Deiters demonstriert im Kle

Solange probierte er, bis das Verfahren so funktionierte, dass es im großen Rahmen eingesetzt werden konnte - und auch wird, wie unsere Zeitung Anfang des Jahres berichtete: in einer Bückeburger Firma, die sich der Verwertung von Elektroschrott verschrieben hat und in der Harald Deiters samt seiner Familie bis vor kurzem auch arbeitete. Er hatte sein know how eingebracht, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung schilderte, bezog ein Büro und arbeitete die Technik aus, während sein Geschäftspartner die finanziellen und bürokratischen Dinge regelte, eine GmbH gründete, an der Deiters Anteile erhalten sollte, wie es schriftliche Ausarbeitungen vorsahen. Daran glaubt Harald Deiters heute nicht mehr, auch wenn der Beteiligungsvertrag erst 2009 in Kraft treten soll. Denn inzwischen ist sein Büro geräumt, seine beiden Söhne Dominic und Florian ebenso entlassen wie Ehefrau Katrin, die ebenfalls im Betrieb mitarbeitete. Die ganze Familie lebte zwischenzeitlich von Hartz IV - "das war richtig bitter". Richtig böse ist er seinem ehemaligen Geschäftspartner nicht. Verärgert schon, wie er achselzuckend sagt. Und vor allem sollen alle wissen, dass er selbst das Verfahren entwickelt hat: "Mir geht es nicht um rechtliche Geschichten". Jetzt haben zumindest die Söhne und der Vater wieder Arbeit: In der selbst gegründeten TE Recycling, mit der die Deiters einen Neustart wagen. Denn was ein richtiger Tüftler ist, der lässt sich nicht beirren oder unterkriegen. Deiters hat sein Verfahren weiter verfeinert, mit dem Gold aus Elektroschrott in einem speziellen Verfahren herausgelöst werden kann. Den Lösungsprozess, mit dem das Gold etwa von Steckkontakten recycelt wird, kann Deiters inzwischen im großen Maßstab anbieten. "Wie eine Waschmaschine müssen Sie sich das vorstellen." Auch andere Edelmetalle kann er mit seinem Verfahren inzwischen herauslösen. Demnächst sogar Silicium, einen immer knapper und teurer werdenden Rohstoff, der vor allem in Halbleitern oder Solarzellen Verwendung findet, wie er gegenüber unserer Zeitung sagt. Und noch ein Ergebnis einer Tüftelei: die umweltgerechte Entsorgung von Elektrolythkondensatoren. Den Clou will er aber mit der Weiterentwicklung des Goldwaschverfahrens landen. Statt mit Chemie soll es demnächst mit herkömmlicher umweltfreundlicher Biosäure funktionieren. Wie verrät Deiters nicht, nur: "Es kommt auf Millimeter an." Im Kleinversuch in der Küche mit Plastikwanne, Blechschüssel, Holzbrett, Sieb, Umwälzpumpe und Mutters Kochlöffel klappt das Verfahren einwandfrei. Jetzt sucht Deiters wieder Geldgeber, will aber dieses Mal vorsichtiger sein, die Fäden in der Hand behalten. "Meine Lebensaufgabe umsetzen", wie er sagt. Geld, sich seine Erfindungen mit Patenten abzusichern, hat er nicht. Aber eben eine Menge Ideen.

Im Küchensieb landet das Gold.
  • Im Küchensieb landet das Gold.
Goldiger Steckkontakt.
  • Goldiger Steckkontakt.


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