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"Shit happens" findet nach Zeitungsbericht einenÜbungsraum / Netzwerk für Musiker in Planung

Glückstreffer: Jungs rocken im Tonstudio

Haste (tes). Blitzstart für "Shit happens": Eben noch ambitionierte Schülerband ohne Probenraum, heute rocken die sieben Nachwuchsmusiker mit professioneller Ausstattung im Tonstudio von Andre Polle. Live-Aufnahmen? Kein Problem. Mehr noch: Bald können die sieben Schüler ihre erste DVD aufnehmen.

veröffentlicht am 31.05.2007 um 00:00 Uhr

"Shit happens" im Glück: Andre und Petra Polle mit Tochter Marie

Junge Talente brachen eine Chance. Das hat sich auch Andre Polle gedacht, als er den Bericht in der Zeitungüber die heimatlosen Jugendmusiker aus dem Gymnasium las. Er war sofort begeistert von den Jungs. Ausschlaggebend dabei: Sie schreiben ihre Songs selber. Der Elektofachbetrieb in Wilhelmsdorf verfügt über einen ungewöhnlichen Schatz im Keller. Dieser habe schon beim Bauantrag für Aufsehen gesorgt, erinnert sich Polle schmunzelnd: "Wer baut sich schon ein Tonstudio unter den Garten?" Der Elektotechniker arbeitet seit Jahren mit Ton- und Videotechnik, ist selber Musiker und kennt die Startprobleme aus eigener Erfahrung. Für junge Leute sei es heute fast aussichtslos, Demo-Aufnahmen zu machen, so Polle: "Wir haben die Möglichkeiten. Warum sollen wir nicht eine junge Band fördern?" Bislang fehle es nur an Möglichkeiten, Kontakt herzustellen: "Super, dass wir uns so gefunden haben", sagt der Wilhelmsdorfer. Er will jetzt ein Netzwerk für Musiker aufbauen. In seinem Studio kann alles live aufgezeichnet werden. Für die 13-Jährigen zum Taschengeldtarif. "Das wiegt die Kosten nicht auf", sieht Polle es als Nachwuchsförderung und verspricht der Band sogar noch ein Schlagzeug. Wichtiger sei ihm, dass die Jungs einen symbolischen Vertrag unterzeichnen, in dem regelmäßige Proben und sorgsamer Umgang mit dertechnischen Ausrüstung festgehalten wird. "So eine Chance stellt auch Verantwortung dar", bestätigte Heiko Zander im Namen der Eltern, "es ist nicht selbstverständlich, dass man sowas zur Verfügung gestellt bekommt." "Technisch kann ich den Jungs einiges beibringen", hofft Polle, selber wieder vom Rockfieber angesteckt zu werden. In Schaumburg habe er bereits Aufnahmen mit der ehemaligen Top-40-Band "Extra Dry" gemacht.Überregional zeichnet er Konzerte von Klassik bis zum Zupf orchester aus Celle auf. Jetzt habe er "Bock auf eine Livesession mit den Jungs": Nach 15 trostlosen Jahren mit Cover-Versionen gehe der Trend wieder zur handgemachten Musik. "Immer mehr junge echte Rockbands stehen in den Startlöchern. Da sollte man dabei sein", freue er sich auf die Zusammenarbeit mit "Shit happens". Die Geschichte der Rockmusik zeige: "Nur diese Gruppen haben Bestand", verweist Polle auf Pink Floyd und Tokio Hotel. Diese starteten auch als Schülerbands und stammen nicht aus der Retorte von Casting-Shows. "Shit happens" ist vor zwei Jahren aus einer Arbeitsgemeinschaft am GBN entstanden. Die Musiker aus Bad Nenndorf, Lauenau und Haste wollen es in dieser Besetzung an die Spitze schaffen. Das Problem: Die Bandmitglieder konnten bisher kaum zusammen proben. Das Gedränge um den einzigen Musikraum am GBN hatte die Band veranlasst, im Rahmen der Wunschaktion Hilfe beim Samtgemeindebürgermeister zu suchen. Helfen konnte schließlich der Zeitungsbericht. Die Resonanz in der Stadt ließ nicht auf sich warten, wie Marten Zander von seinen Eltern erfuhr. "Was, deinSohn macht Musik? Wie können wir da helfen?" berichtete er von der regen Anteilnahme. Bands, die am neuen Musiker-Netzwerk mitwirken oder Aufnahmen machen wollen, wenden sich an Andre Polle unter (05723) 74 09 39.



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