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Jürgen Kruska bereitet sich nach Island-Aufenthalt auf große Afrika-Tour vor

Globetrotter warnt: Wohnmobil mit Knüppel und Pfefferspray verteidigt

Steinbergen (wm). Einmal um die ganze Welt - das ist das Ziel von Jürgen und Petra Kruska, aber nicht im Eiltempo, kein Kilometerfressen, bei dem sich die Eindrücke so überlagern, dass man am Ende auf die Landkarte sehen muss, um noch zu wissen, wo man eigentlich überall gewesen ist.

veröffentlicht am 29.12.2007 um 00:00 Uhr

Flussdurchquerungen zählten in Island bald zum Alltag. Fotos: pr

Vor zwei Jahren waren sie in Kleinasien, in diesem Jahr im hohen Norden bis Island unterwegs, im nächsten Jahr soll es nach Afrika gehen. Und die Kruska haben bei ihren Reisen schon jetzt eine weitere neue Welt entdeckt, die global verbindet - das Internet, Treffpunkt für Globetrotter. Da war es nur konsequent, dass die "Kruska Family" selbst eine Homepage angelegt hat, auf der man die Reisetagebücher aller bisherigen Touren nachlesen kann. Und das mit großem Nutzen, denn gedruckte Reiseführer, hat Kruska selbst schon mehrmals erlebt, sind bei wichtigen Details, etwa der Ein- und Ausreise schnell unaktuell. Wer nach Island fährt, sollte beispielsweise nach den neuesten Bestimmungen keinen gefüllten Reserverkanister mitführen - er wird ihn entleeren müssen, in die Zoll-Tanks nämlich. Island, erzählt Jürgen Kruska, war wie eine Reise durch die Erdgeschichte: Überwältigend die Landschaft, eigenwillig die Einwohner. Zurzeit hält Kruska über das Internet und per e-Mails Kontakt mit Globetrottern, die in Afrika unterwegs sind. Erste Erkenntnis seiner Recherchen: Durch die Staaten an der Elfenbeinküste zu fahren, ist keine gute Idee. Zu vertrackt wie willkürlich die Visabestimmungen, zu unsicher Grenzübertritte, da helfe oft nicht einmal mehr "under table money". Deshalb haben die Kruskas zunächst alternativ überlegt, ihr nach eigenen Ideen ausgebautes Magirus-Reisemobil per Schiff nach Kamerun zu bringen, um dann von dort los zu fahren. Doch andere Globetrotter, so Kruska, hätten davon abgeraten. Wer eine so wertvolle Fracht wie einen Wohn-Lkw auf offenem Deck transportieren lasse, tue gut daran, selbst an Bord anwesend zu sein. Denn in vielen Häfen würde ein Schiff von Menschenmassen regelrecht gestürmt und alles gestohlen, was sich abmontieren lasse: Außenspiegel, Radkappen, Räder, Türen. Ein Bekannter, so Kruska, habe seinen Wagen in so einer Situation mit Knüppel und Pfefferspray erfolgreich verteidigt. Vermutlich komme deshalb Plan B zur Ausführung, nämlich der Start für die große Afrikatour in Marokko. Dabei haben die Kruskas nicht den Ehrgeiz, den Kontinent auf einer einzigen großen Reise kennen lernen zu wollen. Kruska geht von zwei Jahren aus - in Etappen. Das ginge auch kaum anders. In Angola, hätten ihm Globetrotter berichtet, komme man auf den Schlaglochpisten am Tag kaum mehr als 15 bis 20 Kilometer weit. Und von den Pisten abzuweichen sei nicht ratsam - im Gelände liegen noch Minen aus den Bürgerkriegen. Die Vorbereitungen für die Afrika-Tour haben schon konkret begonnen: Impfungen stehen im Terminplan, Visa müssen besorgt werden und Jürgen Kruska lässt sich von einem befreundeten Arzt über erste Hilfe aufklären: "Dazu gehört auch, im Notfall Spritzen setzen zu können." Nach Afrika steht Asien auf dem Plan, darunter auch die Seidenstraße. Informationen über eine mögliche Route hat Jürgen Kruska schon - aus dem Internet, von Ute Vogel und Andreas Bläse, die seit 18 Monaten unterwegs sind. In der Geo Special Ausgabe vom 6. Dezember haben beide bereits über ihr Seiden-Straßen-Abenteuer berichtet. Kontakt: Wer mehrüber die Globetrotter erfahren möchte, kann die Reisetagebücher der Kruskas nachlesen unter www.kruska-family.de und weitere Abenteuer von Globetrottern unter www.pistenkuh.de oder www.heart-of-silkroad.de .

Als Wächter immer dabei.
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Hier wird das Fahrrad einer Anhalterin in Island verladen.
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Jürgen Kruska
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