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Museumsverein trotzdem optimistisch hinsichtlich des Eigenanteils / Politik erhöht Mittel im Nachtrag

Globale Finanzkrise trübt die Spendenfreude

Hameln (CK). Auch wenn die Politik bei den Mehrkosten für die Sanierung des Museums auf die Bremse tritt: Museumsverein und Kuratorium sind zuversichtlich, dass alles läuft wie geplant, dass auch die zugesagten 500 000 Euro, die die Mitglieder als Eigenbeitrag zur Verfügung stellen wollen, zusammenkommen. Allerdings: Das Geld wird knapp.

veröffentlicht am 03.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2009 um 10:15 Uhr

Auch wenn die Spenden nur zögerlich eingehen: Die Arbeiten am Mu

„Die Auswirkungen der globalen Finanzkrise spüren wir beim Einsammeln von Spenden“, räumt etwa Klaus Arnold ein. Allerdings sieht der Vorsitzende des rund 700 Mitglieder starken Museumsvereins angesichts der Bausumme von mindestens vier Millionen Euro, die zum größten teil vom Land Niedersachsen und der EU kommen („die größte Einzelförderung“) auch eine gewisse Erwartungshaltung – „und die ist uns Verpflichtung.“ Angesichts des Desasters um die Erlebniswelt Renaissance, so Arnold, könne man sich keine Fehler mehr erlauben. „Deswegen werden wir auch Managementfehler wie bei der EWR nicht machen.“

Anlässlich eines Rundgangs auf der Baustelle Museum ist Arnold aber ebenso wie Dr. Walter-Dieter Kock, Vorsitzender des Kuratoriums, zuversichtlich. „Wir werden unseren Förderantrag Punkt für Punkt abarbeiten. Damit wird das Museum ein Highlight für Touristen und nicht zuletzt auch für die Osterstraße“, so Kock. Er versicherte, man sei das Thema Spenden „schnell angegangen“ und habe zunächst auch große Erfolge gehabt. Angesichts der momentanen Zurückhaltung gerade bei großen Firmen appelliert er an die Hamelner, ebenfalls ihr Scherflein zu einer Modernisierung des Museums beizutragen. „Auch kleine Beiträge helfen uns.“

Arnold ist sich sicher, dass das Museum später neuzeitlichen Ansprüchen voll gerecht wird, zumal es Originale aus der Stadt- und Regionalgeschichte bis zum Jahr 1989 zeigen wird, darunter Objekte, die noch nie zu sehen waren. „Die Objekte sind keine Dekoration, sondern werden im Zusammenhang präsentiert“, sagt Arnold. „Intelligente Unterhaltung wie beispielsweise die Überschrift der Ausstellung ,Lernen mit Spaß’, bei der die Besucher die Stadtgeschichte kennenlernen sollen.“

Natürlich findet sich das Thema Rattenfänger auch im neuen Museum wieder, und zwar auf einer Ebene von 200 Quadratmetern und einem begehbaren Rattenfänger-Theater. Was allerdings weitgehend fehlt: „Wir haben kaum Material zur Hamelner Unternehmensgeschichte oder aber zur Gebietsreform“, beklagt Kock.

Eine Standortdiskussion, wie sie Albrecht Garbe von der Bürgerliste im letzten Finanzausschuss noch einmal begonnen hatte, halten sowohl Kock als auch Arnold übrigens für überflüssig. „Erstens ist das Hochzeitshaus viel zu klein für Museumszwecke. Und zweitens sind Stadt und Museumsverein quasi siamesische Zwillinge.“ Denn der Inhalt des Museums sei zwar fast zu hundert Prozent im Besitz des Vereins, die Gebäude aber im Eigentum der Stadt. Und zwar mit der ausdrücklichen Verpflichtung, sie auf immer als Museum zu nutzen.

Worüber Verein und Kuratorium besonders stolz sind: Das gesamte Gebäude wird nach der Sanierung barrierefrei sein, es gibt ein Depot für die Lagerung von Objekten, und die können künftig nicht mehr, wie in früheren Jahren, durch UV-Licht Schaden nehmen. Fazit: „Museumsleiterin Dr. Gesa Snell und ihre fleißigen Mitarbeiter leisten gute Arbeit, und wir sind zuversichtlich, auch das restliche Geld noch zusammenzubekommen“, so Kock und Arnold übereinstimmend.

Gestern Abend hat der Rat der Stadt in seiner Sitzung mit den Stimmen von SPD, FDP, Grünen und CDU beschlossen, für Modernisierung und Neukonzeptionierung des Museums im Nachtrag noch einmal rund 160 000 Euro bereitzustellen.

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