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Gefahrgut-Experten stundenlang im Einsatz

Giftiger Stoff tritt aus – Reintjes evakuiert

Hameln (ube). In einem Kellerraum des Hamelner Schiffsgetriebe-Herstellers Reintjes ist Dienstagnachmittag eine geringe Menge Tetrachlorethylen ausgetreten. Die Stadtfeuerwehr spricht von fünf oder sechs Litern; die Kreisfeuerwehr meldete, der Stoff stehe etwa zehn Millimeter hoch in einer Wanne. 

veröffentlicht am 08.09.2015 um 18:58 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 11:21 Uhr

Gefahrgutunfall bei Reintjes: Im Keller der Härterei ist ein giftiger Stoff ausgetreten. Experten der Feuerwehr haben sich mit schwerem Atemschutz ausgerüstet und Chemikalienschutzanzüge angezogen. Foto: ube

Hameln (ube). In einem Kellerraum des Hamelner Schiffsgetriebe-Herstellers Reintjes ist Dienstagnachmittag eine geringe Menge Tetrachlorethylen ausgetreten. Die Stadtfeuerwehr spricht von fünf oder sechs Litern; die Kreisfeuerwehr meldete, der Stoff stehe etwa zehn Millimeter hoch in einer Wanne. Es handelt sich laut Polizei um eine giftige Substanz, die im Verdacht steht, Krebs zu verursachen. Zwei Mitarbeiter und ein Lkw-Fahrer wurden vorsorglich mit Rettungswagen ins Krankenhaus eingeliefert. Letzterer konnte die Klinik schnell wieder verlassen. Das Unternehmen wurde evakuiert. Die Polizei sperrte die Fluthamelstraße, veranlasste Rundfunkdurchsagen, bat die Anwohner der Fluthamelstraße, Stüvestraße, Westrumbstraße und Walthausenstraße, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Spezialisten eines Erkundungskraftwagens des Katastrophenschutzes führten an verschiedenen Stellen Messungen durch. Am Ende stand fest: Erhöhte Schadstoffwerte waren nicht nachweisbar. Die Substanz ist offenbar nicht nach außen gedrungen.
Nachdem Reintjes gegen 17.30 Uhr Alarm geschlagen hatte, rückten neben der Hamelner Feuerwehr auch der Gefahrgutzug aus Kirchohsen und der ABC-Zug aus Marienau sowie Notarzt- und Rettungswagen an. Frauen und Männer rüsteten sich mit schwerem Atemschutz aus und zogen Chemikalienschutzanzüge an. Der entwichene Stoff wird zum Reinigen von Metallteilen benötigt. Reintjes-Betriebsleiter Christian Coninx sprach von einer „Undichtigkeit“. Der stellvertretende Stadtbrandmeister Friedrich-Wilhelm Thies erklärte, vermutlich sei ein Schlauch gerissen.
Einsatzleiter Eugen Steiger ließ den Bereich von Spezialtrupps säubern – unter größter Vorsicht. Mit einem Chemikalienbindemittel sei die Substanz unschädlich gemacht worden, hieß es. Das kontaminierte Material wurde später in speziellen Containern luftdicht verpackt und abtransportiert. Der Gefahrguteinsatz dauerte bei Redaktionsschluss noch an.

 

Info: 

Tetrachlorethylen ist eine farblose, etherisch riechende Flüssigkeit. Sie ist in Wasser unlöslich, aber mit den meisten organischen Lösemitteln mischbar. Tetrachlorethen, auch "Per" genannt, wird verbreitet als Lösemittel in der chemischen Reinigung sowie bei der Entfettung von Metallen angewendet.

Die Feuerwehr trägt Spezialanzüge bei dem Einsatz. Foto: ube

Eine krebserzeugende Wirkung von Per wird vermutet

 



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