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Schüler treffen den SPD-Bürgermeisterkandidaten Oliver Keller im Eiscafé zum Interview

Gezielte Fragen nach Eilsens "Juckepunkten"

Bad Eilsen (tw). Was halten Sie von Bürgerstreifen in Bad Eilsen? Welche Vor- und Nachteile hätte der Bau des Edeka-Markts? Können Sie erreichen, dass die Eilser Betriebe mehr Arbeits- und Ausbildungsplätze anbieten? - Mit Fragen wie diesen haben Jan Kerkamm (16, Ahnsen), Marius Kreie (16, Luhden), Henning Nerge (16, Ahnsen) und Eike-Christian Nievert (17, Bad Eilsen) Oliver Keller auf den Zahn gefühlt.

veröffentlicht am 04.09.2006 um 00:00 Uhr

Fühlen Oliver Keller im Eiscafé Alte Post auf den Zahn (v.l.): J

Die Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung hatte die Erstwähler und den SPD-Kandidaten fürs Amt des Samtgemeindebürgermeisters zum Interview in das Eiscafé Alte Post an der Bückeburger Straße eingeladen. Dabei zeigten sich die Jugendlichen durchweg gut informiert, waren jeweils auf dem aktuellen Stand der Diskussion um Eilsens "Juckepunkte". "Können Sie sich Bürgerstreifen, wie sie derzeit in Bückeburg diskutiert werden, auch in Eilsen vorstellen?", möchte Eike-Christian Nievert von Keller wissen. Der 17-Jährige ist unlängst kurz nach Mitternacht und gemeinsam mit seiner Freundin von einer Gestalt mit "Bomber-Jacke" bedroht worden."Nicht zum ersten Mal", wie der Bad Eilser versichert. Keller: "Zwar wäre ein Mehr an Polizeipräsenz der bessere Weg. Aber wenn engagierte Bürger Streifenaufgaben übernehmen wollen, finde ich das gut." Allerdings müsse besagten Bürgern klar sein, dass sie dabei nicht mehr Befugnisse hätten, als jeder andere auch. "Was wir nicht brauchen", so der SPD-Kandidat, "sind ,Hilfs-Sheriffs', die Polizei spielen wollen". Henning Nerge möchte Einzelheiten über den Bau des neuen Kindergartens erfahren. "Der Neubau", sagt Keller, "wird sich direkt ans Jugendzentrum anschließen". Die Investition sei zwingend erforderlich, weil die - bis zu 50 - Plätze nicht nur kurz, sondern auch langfristig benötigt würden. "In den letzten Jahren hat die Samtgemeinde pro Jahr jeweils zwei Ausbildungsplätze angeboten. Soll das auch in Zukunft so bleiben?" fragt Marius Kreie. "Wenn's nach mir geht: Ja", erklärt Keller. Selbst wenn Planstellen für eine Anschluss-Verwendung nicht vorhanden seien, könnten im Rathaus immer wieder Personal-Engpässe auftreten, die die Weiterbeschäftigung möglich machten. In eineähnliche Richtung zielen auch die Fragen von Jan Kerkamm und Marius Kreie: "Was können Sie generell dafür tun, damit in der Samtgemeinde mehr Ausbildungsplätze für Jugendliche entstehen?" Keller: "Dadurch, dass wir Gewerbegebiete wie das in Luhden (70 Prozent Leerstand) besser bewerben, können wir versuchen, neue Firmen nach Eilsen zu holen." Damit wären dann - zumindest in der Regel - auch die Voraussetzungen für neue Ausbildungsplätze geschaffen. Bei bestehenden Betrieben hätten Vier-Augen-Gespräche mit den Chefs meist gute Aussichten auf Erfolg. "Lassen sich Gastronomie-Betriebe nach Bad Eilsen holen, bei denen man - günstig - auch mal 'ne Currywurst mit Pommes essen kann? Daran fehlt's nämlich in Bad Eilsen", sagt Eike Nievert. Keller: "Darauf hat der Bürgermeister leider keinen Einfluss." Der SPD-Kandidat auf die Anschlussfrage des 17-jährigen Bad Eilsers, wo er denn die Vor- und Nachteile des geplanten Edeka-Neukaufs sehe: "Die Vorteile überwiegen ganz klar. Die beiden bestehenden Märkte sind nur ,Ergänzungs-Versorger', bieten nicht alles." - "Aber ein Neukauf würde doch den Tod von Markant bedeuten", wendet Eike Nievert ein. Das sieht Keller nicht so: "Schafft Edeka nur die zunächst geplanten 1100 Quadratmeter Verkaufsfläche, muss Markant nicht zwangsläufig pleite gehen." Warum sich Kellerüberhaupt zur Wahl stelle, möchte Henning Nerge wissen: "Als ich vor etwas über zwei Jahren in die SPD eingetreten bin, habe ich natürlich nicht damit gerechnet, eines Tages als Bürgermeister-Kandidat anzutreten", entgegnet der Genosse. Und ergänzt: "Aber ich wollte schon immer auch politischetwas bewegen; da hat man an der Basis - also als Bürgermeister einer Kommune wie Eilsen - die meisten Möglichkeiten." Eine Frage, die Jan Kerkamm beschäftigt: "Was wollen Sie tun, damit sich Senioren in Eilsen noch wohler fühlen?" Keller: "Ich möchte für Senioren eine Servicestelle im Rathaus einrichten." Durch das Umorganisieren von Arbeit sei diese Stelle vergleichsweise leicht und kostengünstig zu schaffen. Denn Ältere hätten vielfach Angst vor Verwaltungen, würden nicht gern von Zimmer zu Zimmer geschickt. In besagter Servicestelle soll sie der Mitarbeiter dagegen gleichsam "an die Hand nehmen" und alle Erledigungen mit den Senioren gemeinsam machen. Morgen: Jan Kerkamm Marus Kreie, Henning Nerge und Eike-Christian Nievert interviewen Bernd Schönemann, der als Parteiloser für die CDU das Amt des Samtgemeindebürgermeisters anstrebt.

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