weather-image
14°
Mitglieder sagen Nein zur Zerschneidung des Konzerns und wollen teilhaben am Aufschwung

Gewerkschaft: Bahn AG als Ganzes erhalten

Haste/Stadthagen (ede). Die Verkehrsgewerkschaft GDBA, die als Tarifpartner die Interessen von Arbeitnehmern im Bahnkonzern, in Verkehrs-, Logistik-, Dienstleistungs- und Telekommunikationsunternehmen vertritt, hat der möglichen Zerschneidung des Bahnkonzerns eine klare Absage erteilt. "Die Verkehrsgewerkschaft setzt sich mit Nachdruck dafür ein, dass der integrierte Bahnkonzern erhalten bleibt", bestätigte Xaver Held, Mitglied des Regionalvorstandes Nord der GDBA in der Jahresversammlung der Stadthäger Ortsgruppe in Haste.

veröffentlicht am 02.05.2007 um 00:00 Uhr

Xaver Held (l.) ehrt die langjährigen Mitglieder Wilhelm Hages,

Held meinte, dass dieses Modell sowohl für die Kunden der Bahn als auch für die Beschäftigten die beste Lösung sei. "Die Aufteilung in unterschiedliche Aktiengesellschaften seit Beginn der Bahnreform im Jahre 1994 hat gezeigt, dass die Klammerfunktion durch eine Holding unbedingt notwendig ist." Er kritisierte in diesem Zusammenhang die politischen Mandatsträger, die 2006 eine völlige Eigenständigkeit des Fahrwegs Schiene einerseits und der Transportgesellschaften im Reise- und Güterverkehr andererseits favorisierten. "Die gegenseitigen Abhängigkeiten im System Eisenbahn sind offenbar zahlreichen Politikern nicht bekannt." Mittlerweile habe sich die Auffassung der Verkehrsgewerkschaft in der Großen Koalition durchgesetzt und Verkehrsminister Tiefensee den Auftrag, bis Ende Mai einen Gesetzentwurf über die Modalitäten der Kapitalprivatisierung bei der Deutschen Bahn herbeizuführen. Darin solle, so Held, festgeschrieben werden, dass die Infrastrukturbetriebe Netz, Bahnhöfe und Energie und der Personen- und Güterverkehr zusammen bleiben. Held: "Eine Kapitalbeteiligung von Investoren an der Infrastruktur ist ausgeschlossen." Die Börsenpläne von Bahnchef Hartmut Mehdorn für die Transportgesellschaften könnten erst nach der Verabschiedung dieses Gesetzes realisiert werden. Die Beratungen in Bundestag und Bundesrat würden dies wohl nicht vor Ende 2008 ermöglichen. Die Ankündigung der Bundesregierung, die Lkw-Maut zu erhöhen, findet Beifall bei der Verkehrsgewerkschaft. Die diskutierte Erhöhung könne die Wettbewerbsfähigkeit der Bahnen aber nicht entscheidend steigern, warnte Held vor allzu großer Euphorie. Als richtungsführend für einen umweltfreundlichen Verkehr nannte Held die Schweiz mit einer Mauthöhe von 49 Cent pro Kilometer. Verärgert zeigte sich der Gastredner über die von der Bundesregierung beschlossenen Arbeitsbedingungen für die 50 000 Bahnbeamten. Die Verlängerung der Arbeitszeit sowie die Halbierung des so genannten Weihnachtsgeldes stießen bei den Betroffenen auf "entschiedene Ablehnung", so Held. Habe die Politik die Bahn-Mitarbeiter bisher nach Kassenlage abgestraft, so sei nun nach dem Rekordgewinn der AG von 2,5 Milliarden Euro die Gelegenheit, den Tarifkräften und Bahnbeamten eine spürbare Teilhabe am Konjunkturaufschwung einzuräumen, forderte der Gewerkschafter.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare