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Kriminalitätsbilanz '07 dennoch positiv

Gewaltbereitschaft ungebrochen - mehr Sexdelikte

Landkreis (jl). "Es lebt sich in diesem Landkreis relativ sicher". Dieses Fazit hat gestern Frank Kreykenbohm, Leiter der Polizeiinspektion (PI) Nienburg/Schaumburg aus der Kriminalitätsbilanz für 2007 gezogen. Diese weist weniger registrierte Straftaten als 2006 aus, schreibt eine schon längere Tendenz von sinkenden Diebstahlzahlen aber auch ein recht hohes Niveau von Gewaltdelikten fort.

veröffentlicht am 23.02.2008 um 00:00 Uhr

Karl-Heinz Uphoff (l.) und Frank Kreykenbohm haben die Kriminali

Der Zahlenrahmen: 9579 Fälle mussten die Schaumburger Polizeibeamten 2007 bearbeiten, 364 (3,6 Prozent) weniger als 2006. Damit hebt sich Schaumburg vom Landestrend ab, der eine Zunahme von 0,58 Prozent besagt. Kreykenbohm und Karl-Heinz Uphoff, der stellvertretende Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, führen die Entwicklung im Kreis auf fehlende Serien zurück, zum Beispiel bei Betrugsdelikten -aber auch auf eine positive Entwicklung bei Rauschgiftdelikten (minus 133). Analog zur Deliktzahl ist auch die Aufklärungsquote gesunken. Sie beträgt 55,4 Prozent und lag 2006 bei fast 57 Prozent. Dass bestimmte Zeitgenossen immer weniger Hemmungen haben, Gewalt gegen Personen und Gegenstände einzusetzen, machten die führenden PI-Leute an mehreren Erscheinungen deutlich: So sind die Rohheitsdelikte seit etwa zehn Jahren auf ein enorm hohes Niveau gestiegen. Der Trend hat sich 2007 fortgesetzt, wenn auch nur mit einer geringen Steigerung. Bei der Unterrubrik Körperverletzung hat es allerdings erstmals seit zehn Jahren keine Steigerung, sondern einen leichten Rückgang von 830 auf nunmehr 800 Delikte gegeben. Gewaltbereitschaft wird auch bei der Entwicklung des Widerstands gegen die Staatsgewalt deutlich. Diese Fallzahlen halten sich seit 2004 deutlichüber 100 pro Jahr. 2007 wurden 152 Fälle registriert. Die Gewaltentwicklung empfindet Kreykenbohm als "Besorgnis erregend", zumal da Fallzahlen doppelt so hoch seien wie vor zehn Jahren und die Qualität der Gewalt "brutaler" als früher. Zugenommen haben im Jahr 2007 die Sexualdelikte. Die Polizei führt dies auf die verfeinerten Recherche methoden von BKA und LKA in Sachen Kinderpornografie sowie auf eine erhöhte Anzeigebereitschaft aus dem Umfeld von Tätern zurück. Diebstähle machen mit einem Anteil von 40 Prozent zwar immer noch den größten Einzelposten in der Gesamtkriminalität aus, auf längere Sicht betrachtet sinkt ihre Zahl jedoch. So hat sich die Zahl der schweren Diebstähle wie Einbrüche seit 1998 fast halbiert von damals 2992 auf jetzt 1681. Deutlichgesunken ist übrigens auch die Zahl der Fahrraddiebstähle. Kreykenbohm führt dies auch auf Aktionen der Polizei in Stadthagen und Bückeburg zurück. Rohheitsdelikte und der Alkoholmissbrauch durch Jugendliche werden auch 2008 ein Schwerpunkt der Arbeit der Ordnungshüter sein.



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