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In Rehren laufen drei Gegenmaßnahmen / Und: Lehrer werden 2007 gleich zwei Mal benotet

"Gewalt an Grundschule keine Ausnahme mehr"

Auetal (rnk). Natürlich habe es Auffälligkeiten von Schülern schon früher gegeben, gab Schulleiter Carl Gundlach in seinem Bericht über das Jahr 2006 im Schulausschuss gerne zu. Das sei schon so gewesen, als er vor 20 Jahren hier als Lehrer begonnen habe. Nur: "Was vor 20 Jahren als verhaltensauffällig galt, ist heute völlig lachhaft und würde niemanden mehr aufregen." Gewalt, so Gundlach, sei auch an einer Grundschule heute nicht mehr die Ausnahme.

veröffentlicht am 19.01.2007 um 00:00 Uhr

Carl Gundlach

In Rehren wird dieser Tatsache durch drei Gegenmaßnahmen begegnet. So konnte durch die Bußgelder, die das Amtsgericht Bückeburg an den Förderverein überweist, eine so genannte Mediatorin angestellt werden, die zumindest bis zu den Sommerferien dieses Jahres mit den Kindern den gewaltfreien Umgang probt. Ab dem zweiten Halbjahr, so erläuterte Gundlach, wolle die Grundschule Neuland betreten: Streitschlichter sollen ausgebildet werden, also Kinder, die bei Konflikten zwischen den Schülern vermitteln sollen. Eine Methode, die sich an weiterführenden Schulen, wie etwa am Schulzentrum in Obernkirchen, seit Jahr und Tag bewährt hat, aber an den Grundschulen bisher noch nicht eingeführt wurde. Gundlach selber wusste nur von einem Beispiel. Zehn Kinder aus dem vierten Jahrgang sollen ab dem nächsten Halbjahr ausgebildet werden, erklärte er. Die dritte Säule ist die regelmäßige Zusammenkunft von Schülern und Lehrern in der Aula. Im Vier-Wochen- Rhythmus treffen sich alle in der Aula, um gemeinsam ein Gefühl zu entwickeln, das zu besseren Umgangsformen führt: "Wir sprechen hier gemeinsam über etwas, weil es uns alle angeht", umriss Gundlach die dahinter stehende Motivation. "Wir werden hier von heute auf morgen keine Wunder bewirken, aber Stück für Stück kommen wir ein bisschen weiter", zog der Schulleiter ein durchaus positives Fazit. Dabei stellt sich das Lehrerkollegium demnächst auch dem Urteil der Schüler: Eine große Befragung soll Aufschluss darüber geben, wie die Kinder ihre Grundschule einschätzen - inklusive Lehrern. Gundlach: "Wir erhoffen uns einiges davon." Gundlach und sein Kollegium wird sich in diesem Jahr nicht allein dem Schülervotum stellen müssen, auch erwachsene Experten haben sich angekündigt, um seine Schule zu bewerten: Der Besuch der Niedersächsischen Schulinspektion steht bevor. Sie wurde Mitte des Jahres 2005 errichtet, untersteht dem Kultusministerium, überprüft die Schulen im Bundesland, und hat, so Gundlach, "jetzt auch die Dörfer erreicht". Drei Tage lang werden die Prüfer den Unterricht besuchen, mit Lehrern, Schülern, Eltern, aber auch Schulträgern sprechen und sich ein Gesamtbild von der Schule machen. Gundlach sieht es so: "Danach hat man einen guten Blick dafür, wo es noch etwas zu verbessern gibt." Eine Ansicht, die viele seiner Kollegen, die den Besuch schon hinter sich haben, geteilt hätten, erklärte Gundlach. Völlig neu konzipiert werde zurzeit der Internet-Auftritt der Schule, schließlich würden die Seiten regelmäßig abgerufen. Bis Ostern soll die neue Homepage fertig sein, erklärte Gundlach, dessen Rückblick recht ausführlich ausfiel. Vielleicht, weil der Schulausschuss des Gemeinderates zuletzt vor knapp 14 Monaten getagt hatte.



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