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Wahlforum: Fragen nach Niemitz-Komplex, Festplatz-Zukunft, Radwegenetz und Energie-Alternativen

Getrennte Wege in Familienpolitik - und Visionen 2014

Stadthagen (jl). Nach dem Schwerpunktthema Wirtschaft (wir berichteten) haben sich die Fragen und Antworten beim Wahlforum mit den drei von den Parteien nominierten Bürgermeisterkandidaten für Stadthagen durch viele andere Themengebiete bewegt. Im Fokus waren der Festplatz, die Zukunft des Niemitz-Komplexes, Familienpolitik, das Wellenfreibad - und immer wieder das Amtsverständnis von Torsten Bödeker (FDP), Gunter Feuerbach (CDU) und Bernd Hellmann (SPD).

veröffentlicht am 05.09.2006 um 00:00 Uhr

T.Bödeker

Den Niemitz-Komplex stellten alle drei Kandidaten auf die Frage von Moderator Stefan Rothe als Standort eines Marktes nach dem Auszug von "Expert" in der jetzigen Größe in Frage. Bödeker erläuterte, dass in den achtziger Jahren "zu viele große Einkaufsflächen in den Innenstädten" geschaffen worden seien. Dieses Angebot müsse jetzt zurückgeschraubt werden. Sinnvoll sei es beispielsweise, Wohnraum für ältere Menschen in den Innenstädten zu schaffen. "Wir können niemanden zwingen, dort ein großes Geschäft zu eröffnen", betonte Feuerbach. Die Frage sei: "Ist der Standort auf Dauer ein Standort? Der Rat müsse gegebenenfalls"neue Ideen entwickeln". "Wir sind nicht der Eigentümer", unterstrich Hellmann, der seinen Vorrednern nicht widersprach. Den Festplatz sieht Feuerbach als künftigen "Kulturplatz", wobei er auf bereits angeschobene Planungen verwies. Hellmann erinnerte an das Konzept für die gescheiterte Landesgartenschau, wonach der Platz eine "grüne Lunge" hatte werden sollen. Bei allen Planungen, so der SPD-Mann mit Anspielung auf das vergangene Festplatz-Debakel, "erwarte ich vom Bürgermeister, dass er vorab mit allen Betroffenen spricht". Bödeker möchte aus der Festhalle ein schickes Veranstaltungszentrum mit einem begrünten Platz machen. Beim Stichwort Familienpolitik mussten Feuerbach und Hellmann feststellen, dass ihre Ansätze sich nicht widersprachen, sondern gänzlich verschieden sind. Hellmann möchte das Betreuungsangebot der Kindertagesstätten auf Hilfen für Eltern oder Familien mit Problemen ausdehnen. Feuerbach möchte die Stadthäger aller Generationen unter ein Dach - das eines Mehrgenerationenhauses - bringen, in dem gegenseitiges Verstehen und gegenseitiges Helfen kultiviert werden sollen. Bödeker warnte vor zu viel staatlichen Hilfsangeboten: "Familien müssen sich selber organisieren", forderte er. Ein Mehrgenerationenhaus könne allenfalls Kontakthilfe leisten. Zu viel staatliche Hilfe drohe,die "Selbstständigkeit der Menschen auszuhöhlen". Dem Anschein, er sei gegen Kindergärten, begegnete er nach der Veranstaltung mit dem Hinweis, dass Kindergärten nicht zum Aufbewahren von Kindern da seien. Auch hier seien Eltern gefordert. Aus dem Publikum meldete sich als erster Eberhard Greuel. Er wollte wissen, was die Kandidaten gegen die Folgen der Klimakatastrophe und für ein radfahrerfreundliches Stadthagen zu tun gedenken. Das Netz müsse ausgebaut werden, befanden alle drei Bewerber. Zum Stichwort Klima lieferte Hellmann einen deutlichen Wink an an die Stadtwerke Schaumburg-Lippe: Diese "müssen wesentlich innovativer werden". Er spielte dabei auf die Biogasanlage für das "Tropicana" an, die die Energieversorger nicht bauen wollten und die jetzt andere bauen. Schließlich die Vision 2014: ein Bürgerbüro, ein mobiles Dach für den Marktplatz, eine motivierte Verwaltung und reichlich Neuansiedlungen, heißt Hellmanns Traum. Viel Tourismus, familiengerechte Strukturen und Ausländer als "normale" Stadthäger Bürger "träumte" Feuerbach laut. Ein Bahnhof , wo man gerne ankomme, der Wall als Ring, auf den viele Wege führten und ein ausgeglichener Haushalt, lauteten Bödekers Visionen.

G. Feuerbach
  • G. Feuerbach
B. Hellmann
  • B. Hellmann

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