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Krankenkassen

Gesundheitssystem ist krank

Der Fall von Frau S. ist symptomatisch für unser Gesundheitssystem. Er ist beileibe kein Einzelfall. Leider.

veröffentlicht am 17.07.2019 um 10:29 Uhr

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Zu: „Zu teuer für den Hausarzt?“, vom 21. Juni
Aber es steckt ein großer Fehler in dem Bericht: Nicht die Ärzte sind für diese Misere verantwortlich, sondern einzig und allein die Krankenkassen. Nicht den Ärzten sind die Patienten zu teuer, sondern den Krankenkassen.

Die Ärzte kennen ihre Patienten, kennen ihre gesundheitlichen Probleme und wissen ganz genau, was ihnen helfen würde. So wie bei Frau S. oder so wie bei mir selbst. Ich hatte ebenfalls vor drei Jahren einen Schlaganfall und kämpfe nun darum, dass ich meine Gesundheit zurückbekomme beziehungsweise dass ich wenigstens wieder schmerzfrei gehen kann. Ein Antrag auf Langzeitgenehmigung für Krankengymnastik ist gerade eben wieder abgelehnt worden. Meine Ärzte würden mir gerne Verordnungen dafür ausstellen, aber das wären dann „Verordnungen außerhalb des Regelfalls“, und dafür können und werden die Ärzte in Regress genommen. Darum lässt jeder Arzt möglichst die Finger davon.

Ich habe für dieses Verhalten der Ärzte übrigens volles Verständnis, denn bei den Regressforderungen der Krankenkassen geht es schon um Summen, die existenzgefährdend sein können. Ganz abgesehen von der für die dann anstehenden Verhandlungen verloren gehende Zeit, die sie lieber den Patienten widmen möchten. Für die Ärzte sind wir ja noch Patienten und Menschen, für die Krankenkassen sind wir nur noch ein Fall, ein pauschaler Fall. Krankenkassen sind eben auch nichts anderes als ganz normale Versicherungen. Ihr wahres Gesicht zeigen sie erst dann, wenn sie zahlen sollen. Und der MDK hilft dabei durch Beurteilung des „Falls“ nach Aktenlage und nicht durch persönliche Untersuchung des Patienten, des „Menschen“. Unser Gesundheitssystem ist krank, sehr krank. Der Fisch stinkt eben immer vom Kopf her.



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