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Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) zeichnet Praetorius-Stift aus / Speisepläne nach individuellen Bedürfnissen

"Gesundheit muss schmecken - gerade im Seniorenheim"

Bad Nenndorf (tes). Die Lebenserwartung steigt. Schätzungen zufolge werden im Jahr 2050 mehr als 140 000 Menschen in Deutschland leben, dieälter als 100 Jahre sind. Gesunde Ernährung ist dabei ein wesentliches Kriterium. Das Paulus-Praetorius-Stift hat das erkannt und erhielt als erstes Pflege- und Seniorenheim in Niedersachen das Logo der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

veröffentlicht am 02.10.2006 um 00:00 Uhr

Das Schild beweist: Im Praetorius-Stift kann man gesund alt werd

Das Paulus-Praetorius-Stift hat ein echtes Alleinstellungsmerkmal erreicht: "Sie sind in Niedersachsen das erste Pflege- und Seniorenheim, das diese Auszeichnung erhält", gratulierte Margit Bölts von der DGE bei der festlichen Übergabe. In ganz Deutschland gibt es erst 15 Senioreneinrichtungen mit dieser Zertifizierung. Ernährung in der Altenpflege sei bei den Mitarbeitern in der Küche und dem medizinischen Dienst immer ein Thema, berichtete Geschäftsführer Thomas Roggow. Das Zertifikat begreife er als Qualitätsnachweis: "Wir tun was." Auf ein Ergebnis von 96 Prozent hat es das Praetorius-Stift gebracht. Das könne sich sehen lassen, freute sich Roggow, "für den Rest halten wir die Augen offen". Ob zu dick oder zu dünn: Häufig gründe sich diese Einschätzung auf "gefühlten Werten", erklärte der Geschäftsführer. "Wir haben es geschafft, Fakten zu ermitteln." Zu verdanken sei dieser Fortschritt in erster Linie Diätassistentin Bettina Jeske, die in zwei Jahren 700 Arbeitsstunden investiert habe. Er gratulierte seinen Mitarbeitern, die "jetzt die offiziellen Lorbeeren ernten können". Gemeinsam mit Küchenchef Uwe Laue hatte Jeske Speisepläne und Rezepte entwickelt, optimiert und bei der DGE eingereicht. Alle Nährstoffe wurden auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner abgestimmt. Im zweiten Schritt hatte die DGE vor Ort überprüft, ob sich die Küche an die Rezepte hält und die Senioren über das zusätzliche Angebot informiert sind. Bei allem gelte ein oberstes Prinzip: "Gesundheit muss schmecken", erklärte Bölts das Optimum für einen nährwertoptimierten Speiseplan - "gerade in Senioreneinrichtungen." Mit zunehmendem Alter verliere der Mensch Muskelmasse, der Durst nehme ab, Beschwerden nehmen zu, begründete sie die spezifischen Ansprüche an eine ausgewogene Ernährung. Das Praetorius-Stift habe das "in hervorragender Weise erfüllt", richtete sie "ein dickes Lob an die Diätassistentin und die Küche". Ideengeberin Jeske freute sich über die Anerkennung. "Die gesunde, frische Ernährung kommt bei den Bewohnern sehr gut an." Die Qualitätssicherheit sei den Senioren bewusst. Die Diätassistentin selbst war überrascht, "was das für Wellen schlägt". Stolz, eine mit diesem Logo ausgezeichnete Einrichtung in ihrer Stadt zu wissen, zeigte sich Bürgermeisterin Gudrun Olk, selbst Vegetarierin. Zudem gefalle ihr, dass die Bewohner als Gäste bezeichnet werden. Der Gast sei bekanntlich König.

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