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Krankenhäuser

Gesundheit darf nicht dem Profit zum Opfer fallen

Zu: „In die Notaufnahme mit Polizei-Hilfe?“, vom 16. Januar
Dass der Gesundheitssektor in Deutschland ein bedeutender volkswirtschaftlicher Wachstumsbereich ist, in dem Milliarden umgesetzt werden, ist sowohl Arbeitgebern als auch potenziellen Investoren seit Ende der 1990er Jahre klar.

veröffentlicht am 28.01.2020 um 21:05 Uhr

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Die Daseinsvorsorge ist ein lukratives Feld, wenn es gelingt, sie Markt- und Profitmechanismen zugänglich zu machen. Daran haben viele Bundesregierungen, aber auch die EU, seit langem gearbeitet.

Ein Verbot, in Krankenhäusern Gewinne zu machen, verbunden mit der Abschaffung der DRGs und der Wiedereinführung der kostendeckenden Finanzierung der Krankenhäuser, würde gleich mehrere Probleme beseitigen: Die verheerenden Folgen der marktwirtschaftlichen Steuerung für Patienten und Beschäftigte und die Übernahmeversuche der Privaten. Ohne Gewinnaussichten würden diese das Interesse am Gesundheitswesen schnell wieder verlieren. Hinzu kommt, dass die städtischen Kliniken und die Uni-Kliniken einen Versorgungsauftrag haben, sie müssten eigentlich alle Patienten aufnehmen. Doch im Klinikalltag bedeutet das auch, dass Ärzte und Pfleger noch häufiger an die Grenze ihrer Belastbarkeit geraten und das Unmögliche möglich machen müssen. Insofern sagen die Abmeldungen im Sana-Krankenhaus (in Deutschland kein Einzelfall, wenn man den Zeitungberichten glauben kann) sehr wohl etwas aus über die medizinische Versorgungssituation. Wer will sich schon operieren lassen, wenn die ärztliche Versorgung nicht gewährleistet ist? Gleiches gilt für die Pflege. Studien belegen eindeutig: Müssen sich zu wenige Pflegekräfte um zu viele Patient/innen kümmern, leidet die Qualität und letztlich die Patientensicherheit. Sind Bereiche oder Stationen überlastet, müssen zum Beispiel planbare Eingriffe dorthin umgeleitet werden, wo die Patienten gut und sicher behandelt und gepflegt werden können. Grundsätzlich muss aber überall genug Personal zur Verfügung stehen. Für die Luftfahrt gilt: Aus Gründen der Passagiersicherheit darf kein Flugzeug abheben, wenn Cockpit und Kabine nicht vollständig mit dem vorgeschriebenen Personal besetzt sind. Nicht einzusehen, dass für die Patientensicherheit im Krankenhaus andere Maßstäbe angelegt werden.



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