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Bauernhof wird renoviert: Wände gedämmt und mit Lehm verputzt / Moderne Wand- und Fußbodenheizung

Gesundes Raumklima, halbierte Energiekosten

Vehlen (sig). Es gibt Bauexperten, die eine besondere Vorliebe dafür entwickeln, alte Bausubstanz zu erhalten und zu neuem Leben zu erwecken. Frei nach dem Motto: Was Neues bauen können viele, aber Altes mit Augenmaß und Liebe zum Detail zu renovieren und somit vor dem Verfall zu retten - das ist schon ein spezielle und vor allem zeitaufwendige Aufgabe. Diplom-Ingenieur Volker Wehmeyer widmet sich gern einem solchen Vorhaben, wie jetzt der frühere Bauernhof der Familie Wilharm in Vehlen, Achumer Straße 7, zeigt.

veröffentlicht am 28.03.2007 um 00:00 Uhr

Ein kunstvoller Fensterrahmen aus Holz wird wieder aufgemöbelt.

Was den Betrachter dabei so fasziniert, ist die Tatsache, dass Lehmwände und Lehmdecken ebenso erhalten bleiben wie alte Türen und Fensterrahmen, wenn sie denn renoviert werden können. Auf eines allerdings hat der Architekt nicht verzichtet - und das ist eine maßgebliche Einsparung der Energiekosten. "Wir haben die Außenwände komplett gedämmt mit Weichholzfaserplatten, eingebettet in Lehmputz, ebenso gedämmt wurden Fußboden und Decken", erzählt Volker Wehmeyer. Eine neue zentrale Gasheizungsanlage versorgtüber Heizelemente, die sowohl in die Wände als auch in den Fußboden eingelassen wurden, die Räume mit der notwendigen Wärme. Sie ersetzen die ausgedienten elektrischen Nachtspeicheröfen. Außerdem gibt es im Flurbereich noch einen aus Steinen gemauerten so genannten "Grundofen", in dem Holz verfeuert werden kann. Durch speziell gemauerte Züge lassen sich von sich hier aus nicht nur Sitzflächen, sondern auch zahlreiche Nachbarräume beheizen. Mit Hilfe von Thermostaten, die in jedem Zimmer angebracht sind, wird der Wärmebedarf genau gesteuert. "Durch die Verwendung einer speziellen Thermofolie kann ermittelt werden, wo die Rohrleitungen liegen, so dass zum Beispiel beim Anbringen von Bildern Schäden an den Leitungen vermieden werden", versicherte Volker Wehmeyer. Erhalten geblieben sind imÜbrigen nicht nur die Balken des vorhandenen Fachwerkes, sondern auch die Holzdielen in den Fluren und Räumen. Lediglich die Oberfläche wurde abgeschliffen und geölt oder versiegelt. In die Diele wurde, wie heute vielfach üblich, eine Glaswand mit zusätzlicher Eingangstür eingezogen. Damit lässt sich der dahinter liegende Bereich auch als Wohnfläche oder für gewerbliche Zwecke nutzen. So kann zugleich eine Menge Energie eingespart werden, die sonst durch das große Dielentor verloren gehen würde. "Wir haben mit dieser Renovierung bereits 2005 begonnen; hier werden in Kürze die Herausgeber verschiedener Fachzeitschriften einziehen, die dieses Gebäude gepachtet haben", informierte der für die Bauleitung zuständige Architekt. Und er fügte hinzu: "Es dürfte sicherlich interessieren, dass wir hier die Energiekosten praktisch halbiert haben." Am kommenden Sonnabend, 31. März, können sich Besucher von 14 bis 18 Uhr das Ergebnis anschauen. Die letzte Chance dazu besteht am Sonntag, 1. April, von 10 bis 14 Uhr. Volker Wehmeyer: "Wir laden zu Führungen durch ein Gebäude ein, das ein gutes Beispiel für ein modernes Energiesparkonzept und zugleich auch für gesundes Wohnen ist. Die mit Lehm verputzten Innenwände speichern Feuchtigkeit und geben sie bei Bedarf auch wieder ab; sie sorgen also für ein geregeltes Raumklima."

Aus dem Jahre 1888 stammt der Vehlener Bauernhof an der Achumer
  • Aus dem Jahre 1888 stammt der Vehlener Bauernhof an der Achumer Straße. Fotos: sig
Hier wird ein neues Fundament für einen Seitengang geschaffen.
  • Hier wird ein neues Fundament für einen Seitengang geschaffen.


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