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Verlorener Lkw-Unterlegkeil kostet jungen Polen das Leben / Holländer fährt ungebremst in Stauende

Gestern: Zwei tödliche Unfälle auf der A 2

Rehren/Lauenau (la/sim). Zu einer Lkw-Massenkollision ist es gestern am späten Nachmittag auf der Autobahn 2 in Fahrtrichtung Dortmund kurz vor der Anschlussstelle Rehren gekommen. Bei dem Unfall wurden drei Personen leicht verletzt, ein Lkw-Fahrer starb eingeklemmt in seinem Führerhaus.

veröffentlicht am 09.05.2007 um 00:00 Uhr

Polizeibeamte untersuchen den verlorenen Unterlegkeil, der Spure

Ersten Ermittlungen der Autobahnpolizei Garbsen zufolge hatte sich auf der A 2 in Höhe der Anschlussstelle Rehren ein Stau gebildet. Aus bislang ungeklärter Ursache hat ein Lastwagenfahrer das Stauende übersehen und ist gegen 17.20 Uhr auf einen stehenden Sattelzug ungebremst aufgefahren. Aufgrund der Wucht des Aufpralls wurden insgesamt vier bereits stehende Lkw ineinander geschoben. Dabei wurde der Fahrer des auffahrenden Lastwagens in seinem Führerhaus eingeklemmt. Der Mann starb wenig später am Unfallort aufgrund der Schwere seiner Verletzungen. Drei weitere Fahrzeugführer wurden leicht verletzt. Kurz vor der Landung des Rettungshubschraubers wurde die Autobahn in Richtung Dortmund voll gesperrt. Es entstand ein mehrere Kilometer langer Stau, der bis in die späten Abendstunden andauerte. Hinweise zur Identität des Verstorbenen lagen bis Redaktionsschluss nicht vor. Bei dem aufgefahrenen Lastwagen handelt es sich um ein holländisches Fahrzeug. Ein verlorener Unterlegkeil ist gestern nach Angaben der Polizei höchstwahrscheinlich die Ursache für einen weiteren Verkehrsunfall auf der A 2 bei Lauenau, Fahrtrichtung Dortmund, gewesen, bei dem ein 23-jähriger Mann aus Polen kurz vor 3 Uhr morgens sein Leben verloren hat. Die Rettungskräfte konnten ihm nicht mehr helfen, er starb im völlig deformierten Wrack seines Autos. Am Unfallort bot sich den Feuerwehrleuten aus Bad Nenndorf ein grausiges Bild, das selbst erfahrene Rettungskräfte erschütterte, die auf diesem Streckenabschnitt immer wieder schwere Unfälle zu sehen bekommen. Ein VW "Vento" war 200 Meter vor der Anschlusstelle Lauenau von der Fahrbahn nach rechts in den Grünstreifen abgekommen und hatte sich mit hoher Geschwindigkeit in eine Baumgruppe gebohrt. Ein rund 30 Zentimeter dicker Baum war samt Wurzeln aus dem Erdreich gerissen, der Motorblock des Autos 15 Meter tief in den Wald geschleudert. Weil der Wagen nicht frontal, sondern leicht seitlich ins Grün gerutscht war, hatte sich ein Baumstamm dort in die Fahrerseite gebohrt, wo der 23-jährige Fahrer aus dem polnischen Gora gesessen hatte. Der Mann war tief in das Fahrzeuginnere gedrückt worden und steckte in einem Knäuel aus Plastik und Metall fest - der alarmierte Notarzt konnte dem jungenMann wegen der zahlreichen inneren und schweren äußeren Verletzungen nicht mehr helfen. Polizisten des Unfalldienstesübernahmen sofort nach dem Unfall die Spurensicherung. Dabei stellte sich schnell heraus, dass vermutlich ein kleiner, nur 30 mal 20 Zentimeter großer Unterlegkeil eines Lastwagens das Unglück ausgelöst hat. Polizisten fanden rund 100 Meter vor der Unfallstelle den Metallklotz neben der linken Fahrspur mit frischen Spuren des VW "Vento". Auch kleinere Fahrzeugteile des Unfallautos sollen hier gelegen haben. Der Fahrer eines Transporters erzählte der Polizei zudem, dass er von dem "Vento" überholt worden war, dieser plötzlich ohne erkennbaren Grund nach rechts geriet, seinen "Sprinter" touchierte und in den Grünstreifen schleuderte. Die Autobahn wurde für die Unfallaufnahme zeitweilig voll gesperrt. Die Autobahnpolizei in Garbsen bittet weitere Zeugen des Unfalls, sich unter (05137) 710 710 zu melden.

Bei der maschinellen Trennung der ineinander verkeilten Sattelzü
  • Bei der maschinellen Trennung der ineinander verkeilten Sattelzüge gehen Feuerwehrleute aus Bad Nenndorf und Rodenberg in Deckung, um nicht von herumfliegenden Teilen getroffen zu werden. Fotos: tol/sim
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