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Bläserkreis und Akkordarbeiter präsentieren im Palais einen bunten Melodienstrauß

Gespür für klangschönes Musizieren

Bückeburg. Unter dem Motto "Blech meets A-cappella" haben der Bläserkreis der Landeskirche und die "Akkordarbeiter" im Palais ein schmackhaftes Menü "geistlicher bis geistreicher" Werke aufgetischt, das den Zuhörern bestens mundete. Wenn auch beide Ensembles ein stark animiertes Publikum zurückließen, so fiel die Ansprache doch unterschiedlich aus: hier opulentes Blech - dort vier im Vergleich "sanfte" Männerstimmen. In Sachen Experimentierfreudigkeit und Engagement gaben sich die Teams allerdings identisch.

veröffentlicht am 08.10.2007 um 00:00 Uhr

Autor:

Dietlind Beinßen

Im aus Klaus Heinisch (1. Tenor), Martin Windler (2. Tenor), Jörg Homeier (Bariton) und Heiner Koller (Bass) bestehenden Quartett verschmolzen die - oft von Anja Röhler am Flügel begleiteten - Organe zu einer vielklingenden Kehle, deren Verstärker das Palais war. Mit Charme, Witz und individuellem Timbre gabelten die Herren unter anderem "Tres petites prières", "Pater noster", Kästners vertonte "Entwicklung der Menschheit" und Buschs in Noten gesetzten "Unentbehrlichen" auf. Zudem wussten sie Grönemeyers "Männer" - erweitert um eine "Frauen-Strophe" -, Hits der Comedian Harmonists, den Kriminaltango und Silchers "Untreue" ins rechte Licht zu rücken. Zu welchen Kunststücken gut trainierte Stimmbänder außerdem fähig sind, bewies die durch Anja Röhler jetzt vokal unterstützte Crew mit sinnig-sahnig-sattem Sound nicht nur in "Adiemus" auf herrliche Art. Die überraschenden Wendungen bei anregender Präsentation gingen den Singers in den mannigfachen anderen Vorträgen nämlich ebenfalls nicht aus, einmal durften sogar die Zuschauer fingerschnippend und schnalzend mitwirken. Gespür für nuancenreiche Darlegungen gehörte darüber hinaus zum Charakterbild des elfköpfigen Bläserkreises, an dessen Spitze Siebelt Meier stand. Mit diesen motivierten Instrumentalisten machte es genausolche Freude, den Klangkombinationen der Ouvertüre aus der "Feuerwerksmusik" von Händel zu folgen, wie der "Sonata 29" von Speer und Spirituals von Fünfgeld. Gern tauchten die Anwesenden ferner in die Atmosphäre von Crespos "Merry-Bone-Rag" ein und hatten absolut nichts dagegen, mit Mahalia Jacksons "Consideration", dem "St. Louis Blues" und "Sometimes I feel like a motherless child" oder "He´s got the whole world" konfrontiert zu werden. Während der Beiträge wurde klar, dass dort eine souverän interpetierende Gruppe agierte, die alle Register ihres Könnens zog. Kurzum: "Die Akkordarbeiter" und deren blasende Kollegen bereiteten ihren Gästen einen appetitanregenden Fond aus mitreißenden Rhythmen und sich sanft reibenden Harmonien. Der mit stürmischen Beifall gefeierte Streifzug endete nach mehr als zwei Stunden mit zwei Zugaben.



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