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Geschmacklose Kommentare

Als ich den Artikel über das Madsen-Konzert gesehen habe, habe ich mich gefreut. Ich war selbst in der Sumpfblume dabei und habe auf die Auffrischung meiner schönen Erinnerungen gehofft. Nachdem ich den Artikel gelesen hatte, war mir aber nicht mehr nach Freude zumute.

veröffentlicht am 13.09.2019 um 19:39 Uhr

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Zu: „Wir sind wie ihr“, vom 9. September

Ich verlange nicht, dass man als Zeitung jede Veranstaltung in den Himmel lobt. Wenn es einem nicht gefallen hat, ist das halt die eigene Wahrnehmung und Meinung. Für einen Zeitungsartikel sollte man seine Kritik aber dann wenigstens konstruktiv und respektvoll ausdrücken, und hier hat sich jemand meiner Meinung nach gehörig im Ton vergriffen – angefangen mit geschmacklosen Kommentaren über das Gewicht von Vorprogramm Georg auf Lieder („Vielleicht hat er einen oder zwei Johannes Oerdings in seinem Bauch versteckt – Platz genug wäre da.“). In einem Artikel über eine Musikveranstaltung komplett fehl am Platze und unangebracht. Oder auch die ständigen Anspielungen darauf, Madsen hätten den Großteil ihrer Lieder textlich oder musikalisch bloß geklaut oder zitiert („gut geklaut ist halb verkauft“, „immer wieder Zitate“, „fangt endlich an, eure eigene [Geschichte] zu schreiben“). Auch die Darstellung der Musik als „Spaßrock“ finde ich unpassend. Ja, viele Titel aus der Madsen Diskografie sind sehr massentauglich und haben viele Pop-Elemente. Aber auch Lieder wie „Sirenen“ haben ihren Platz im Programm gefunden und haben, wenn man sich nur kurz zum Beispiel mit dem Text beschäftigt, eher weniger mit Spaßrock zu tun. Madsen sind eine Band, die sich mit solchen Titeln und auch klaren Ansagen auf der Bühne und in Interviews deutlich gegen Probleme wie Rechtsextremismus ausspricht. Aber klar, bloß „Spaßrock, nicht mehr, nicht weniger“.

Noch ein paar kurze Randnotizen: Das Vorprogramm war von Georg (nicht George) auf Lieder. Madsen spielen bei Weitem keinen Hardrock, sondern halt einfach Rock mit Einflüssen aus Punk und Pop. Die Fans waren nicht „eher jung“, sondern tatsächlich eher eine Mischung aus allen Altersgruppen. Und Sebastian, der angeblich bei „Tausendmal berührt“ „kraftloser als Klaus Lage in der lauwarmen Badewanne“ klang, stand bei diesem Lied noch nicht einmal auf der Bühne: Gesungen hatte Gitarrist Johannes. Ein bisschen mehr Recherche hätte dem Artikel vielleicht gut getan. Als Teil des Publikums kann ich nur sagen, dass die schon lange ausverkaufte Sumpfe gebebt hat von tanzenden, singenden, rundum zufriedenen Fans. Das sollte doch an so einem Abend das Wichtigste sein.



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