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Aufsichtsrat Rolf Zinn kauft 11 000 Neschen-Aktien / BaFin sieht keinen Handlungsbedarf

Geschickt spekuliert oder als Insider gekauft?

Bückeburg. Neschen-Aufsichtsrat und Ex-Mehrheitsaktionär Rolf W. Zinn hat sich Ende April und Anfang Mai mit dem Kauf von insgesamt 11 0 00 Aktien erneut an seinem alten Unternehmen beteiligt. Zum Preis von 69 Cent je Stück kaufte der Neuschweizer am 28. April 5000 Stück am Börsenplatz Frankfurt, am 29. April 4000 Stück, dieses Mal zu 73 Cent je Stück, und am 2. Mai noch einmal 2000 Stück zum Preis von 78 Cent. Das gab das Unternehmen in drei Pflichtmitteilungen bekannt.

veröffentlicht am 09.05.2008 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:50 Uhr

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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Am 30. April veröffentlichte die Neschen AG ihr Jahresergebnis 2007 und gab zeitgleich einen recht guten Ausblick auf die Geschäftstätigkeit für das laufende Jahr. Gleichzeitig mit den Käufen Zinns und der Veröffentlichung der Jahreszahlen zog der Neschen-Kurs an und wird derzeit in der Spitze bei 1,15 Euro notiert - knapp 60 Prozent über Zinns Einstiegspreis. Die Synchronität der Ereignisse rief Neschen-Aktionäre und Aktionärsschützer auf den Plan. Sie vermuteten Insider-Geschäfte, also dass Rolf W. Zinn sein in seiner Funktion als Aufsichtsrat erworbenes Wissen für den Kauf von Aktien verwendet haben könnte, um daran zu verdienen. Andere wiesen jedoch darauf hin, dass der Kauf dieser für einen kleinen Wert wie Neschen relativ großen Aktienpakete den Kurs erst getrieben haben könnte. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, teilte auf Anfrage unserer Zeitung und nach eingehender Prüfung der von Neschen veröffentlichen Zahlen und Berichte mit, dass sie den Vorwürfen nicht nachgehen werde und den Handel derzeit nicht analysiert. "Es sieht nicht nach Insider-Käufen aus",so eine BaFin-Sprecherin gegenüber unserer Zeitung. Die Veröffentlichung der Neschen AG zum Jahresergebnis 2007 vom 30. April sei ebenso ausgewertet worden wie die Halbjahreszahlen 2007 und des 3. Quartals 2007. In diesen Mitteilungen sei bereits auf den realisierten Kreditverzicht im Oktober 2007 und den daraus erzielten außerordentlichen Ertrag in Höhe von 9,6 Millionen Euro hingewiesen worden. In diesen Meldungen sei zudem ausgesagt worden, dass "es besser läuft". Der gute Ausblick für die Geschäfte 2008 am 30. April sei "nicht wirklich neu und daher nicht kursrelevant" gewesen. Ein Insidervorwurf müsse deutlich beweisbar sein. Mitte Februar hatte das Ehepaar Zinn sein Aktienpaket an der Neschen AG in Höhe von zusammen 23,04 Prozent im Zuge der vorgezogenen Erbfolgeregelungen vollständig auf seine Söhne übertragen.



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