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Geschenkezeit Pfingsten

Andreas Kühne-Glaser

veröffentlicht am 10.05.2008 um 00:00 Uhr

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Superintendent

Liebe Leserinnen und Leser, n ach Weihnachten und Ostern könnte man sagen "Pfingsten sind die Geschenke am geringsten!" So richtig zum Anfassen bekommen am Sonntag tatsächlich wohl nur die Mütter etwas, weil dieses Mal das Fest des Heiligen Geistes und der Geburt der Kirche mit dem Muttertag zusammen fällt. Aber da wären wir schon beim Thema. Was zeichnet eine gute Mutter aus? Sind nicht die besten Dinge im Leben sowieso nur mit dem Herzen erfahrbar? Und wird nicht eigentlich alles in unserem Leben durch den Geist bestimmt, durch den wir uns leiten lassen? So erzählt es jedenfalls die Pfingstgeschichte in der Bibel. Petrus ist mit den Jüngern in Jerusalem. Da geschieht ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und es erscheinen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und sie setzen sich auf jeden von ihnen und die Jünger werden erfüllt von demheiligen Geist und fangen an zu predigen in vielen Sprachen, so wie der Geist es ihnen eingibt. Und die Menschen - wo immer und aus welchem Land sie auch kommen - entsetzen und verwundern sich: Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? Andere aber haben ihren Spott und sprechen: Sie sind voll von süßem Wein. Ach nein, möchte ich rufen. Freuen kann man sich im Leben auch ohne Alkohol. Und wer für etwas Feuer und Flamme ist, der braucht sogar den klaren Verstand, um davon zu erzählen und die Freude weiter zu geben. Pfingsten ist die Fortsetzung von Ostern. Haben wir zum Fest der Auferstehung noch fast erschrocken auf den lebenden Christus geschaut, sind wir Pfingsten ganz bei den Folgen dieser Auferstehung. Gott macht uns zu Trägern der Kraft seines Sohnes. Er traut uns Menschen zu, seine Liebe in Welt zu bringen. Feuer und Flamme zu sein für alles, was dem Leben dient. Über alle Herkunfts- und Staatsgrenzen hinweg. Dass die Jünger in Jerusalem von den Menschen verstanden werden, liegt nicht daran, dass sie besonders sprachbegabt waren. Sie haben einfach mit ihrem Herzen gesprochen. Bewegt von einem Geist, in dem sie die Welt umarmen wollten. In dem alle Menschen miteinander versöhnt sind und im Frieden miteinander leben können. Seine Sprache ist nicht der Hass, ist nicht die Gewalt, ist nicht der Neid und nicht die Selbstsucht. Ist nicht die Angst davor im Leben zu kurz zu kommen. Seine Sprache ist die Sprache der Liebe des Schöpfers zu seinen Geschöpfen. Einer Liebe, die Geschenk und Auftrag zugleich ist. Auftrag, diese Welt in all ihrer Schönheit, aber auch ihrer Dunkelheit ernst zu nehmen und zu gestalten. Sie miteinander zu teilen und nicht nur für eigene Interessen zu besitzen. Allem Lebendem Raum zu geben und ihm zu dienen. Und dabei zu begreifen, dass nur wer gibt auch innerlich reich wird. Und dass Lebensvielfalt nicht einengt, sondern das Herz weit macht und stark. Diese Sprache der Liebe wirdüberall auf der Welt verstanden. Wer sie spricht wird immer wieder spüren, wie viel guter, heiliger Geist das Leben begleitet. Nein, Pfingsten sind die Geschenke ganz bestimmt nicht am geringsten! Ein frohes Fest Ihnen allen...



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