weather-image
14°
Bürgersolaranlage: Lediglich die Hälfte der Anteile wird gezeichnet / Penibler Paragraphenreiter

"Geschenk des Himmels" bleibt im Angebot

In Warber sind Solaranlagen bereits im Baugebiet "Zwischen den Wegen" fester Bestandteil der Energieversorgung. Foto: bus Warber (bus). Weniger flott als ursprünglich vom Initiator Dieter Ahrens erwartet ist die erste Bürgersolaranlage der ehemaligen Residenzstadt vom Start gekommen. Während der Gründungsversammlung der "Solargemeinschaft Bückeburg" wurde lediglich die Hälfte der 52 zur Verfügung stehenden Anteile gezeichnet.

veröffentlicht am 16.04.2007 um 00:00 Uhr

0000446178-gross.jpg

Mit dem Errichten der auf Erkenntnissen der Photovoltaiktechnik basierende Anlage soll dennoch - eventuell in abgespeckter Form - in absehbarer Zeit begonnen werden. Endgültige Klarheit wird voraussichtlich eine weitere Versammlung zutage fördern, die für Freitag, 4. Mai, anberaumt wurde. Während der Zusammenkunft im Gerätehaus der Feuerwehr Meinsen-Warber-Achum behinderten zunächst formaljuristische Einwände eines hochpeniblen Paragraphenreiters den Fortgang. Der erheblich neben der Spur argumentierende Bedenkenträger mochte die rechtliche Form der Gemeinschaft als Gesellschaftbürgerlichen Rechts nicht akzeptieren und machte sich für die Gründung einer GmbH stark. Was unterdessen überhaupt nicht zur Diskussion stand. Als der Wortführer gemeinsam mit drei weiteren Interessenten den Saal verlassen hatte, fielen alle Gründungsentscheidungen rasch und einvernehmlich. Die Gesellschafter wählten Dachdeckermeister Dieter Ahrens, Stadtkämmerer Horst Tebbe und den Steuerberater Klaus Rohde zu Geschäftsführern der Gesellschaft. Cornelia Laasch und Ulrich Backhaus wurden mit der Kassenprüfung beauftragt. Ahrens war von der geringen Beteiligungüberrascht, weil im Januar während des "Solartages" wesentlich mehr Personen schriftlich und bündig ihr Interesse bekundet hatten, als am Freitag in Warber anwesend waren. Wegen der großen Nachfrage war die Zahl der Anteile eigens um sieben erhöht und der Umfang der Anlage größer als anfangskalkuliert worden. Nach noch immer aktuellem Stand sollen die Module auf dem von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellten Feuerwehrdach etwa 23 000 Kilowattstunden pro Jahr erzeugen und der Umwelt den Ausstoß von jährlich zirka 20 Tonnen CO2 ersparen. Daneben verspricht das auf 20 Jahre angelegte und sehr kostensparend kalkulierte Modell den Anteilsinhabern eine erkleckliche Rendite. Dennoch stehe der Umweltgedanke und die regionale Energieversorgung bei diesem Pilotprojekt im Vordergrund, hoben die Geschäftsführer hervor. Die Zahl der Anteile sei auf drei pro Person begrenzt. Klaus Rohde, ein überaus beredter Fürsprecher des Vorhabens, verdeutlichte die Vorzüge der Bückeburger Variante des Zusammenspiels von Klimaschutz, Regionalität und Rendite mit den Worten: "Genau betrachtet, ist diese Anlage ein Geschenk des Himmels."

"Solarkunst": Was auf den ersten Blick den Eindruck eines von Kü
  • "Solarkunst": Was auf den ersten Blick den Eindruck eines von Künstlerhand gestalteten Werkes vermittelt, erweist sich bei genauem Hinsehen als Spiegelung des Rathaussaalkronleuchters in einem Photovoltaik-Element. Die Aufnahme entstand während des im Januar veranstalteten "Solartages".


Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare