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Vorstand der Stadtsparkasse Bad Pyrmont spricht von einem sehr guten Jahr in schwierigem Umfeld

Geschäftsvolumen übersteigt 1 Milliarde Euro

Bad Pyrmont (uk). Die Zeiten sind für Banken nicht leicht angesichts der größten Finanz- und Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Die Stadtsparkasse Bad Pyrmont, Marktführer und einziges selbstständiges Kreditinstitut in der Kurstadt, hat trotzdem das vergangene Jahr sehr gut überstanden. Diese Bilanz zogen am Donnerstag jedenfalls der Vorstandsvorsitzende Martin Lauffer und sein Kollege Jochen Johannink. Lauffer sprach von einem hervorragenden Jahresergebnis und einem Erfolg in schwierigem Umfeld.

veröffentlicht am 18.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Um gut 24 Millionen Euro stieg das Geschäftsvolumen im letzten Jahr auf nun über 1 Milliarde Euro an. Das operative Ergebnis entwickelte sich um 3,8 auf 4,8 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote liegt weiterhin mit 20 Prozent deutlich über der gesetzlichen Mindestanforderung von 8 Prozent. „Das Jahr 2009 hat gezeigt, worauf es im Finanzdienstleistungsgeschäft ankommt“, so Lauffer. „Wie bisher machen wir Geschäfte, die wir verstehen, mit Menschen, die wir kennen und die uns kennen und setzen dabei auf eine Beratungskultur der Nachhaltigkeit.“ 112 Mitarbeiter standen dafür zur Verfügung, die einen Bilanzgewinn erwirtschafteten, der laut Lauffer noch einmal maßgeblich über den 526 000 Euro des Vorjahres liegen werde.

Es war vor allem das Einlagengeschäft und das stärkere Sicherheitsdenken der Kunden, das die positive Entwicklung erneut befördert hat. „Neue Anlagenentscheidungen wurden vielfach sicherheitsorientiert und damit konservativer getroffen“, hat Johannink festgestellt, der den Zuwachs auf 16 bis 17 Millionen Euro beziffert. Vor dem Hintergrund der sicheren Geldanlage hat offenbar besonders ein Produkt das Zeug zum Hit. „Unsere Kunden haben allein in den ersten vier Wochen dieses Jahres knapp 15 Millionen Euro in Sparkassenbriefe investiert“, freut sich Johannink über einen, wie er sagt, „sensationellen Wert“.

Schwieriger war das Kreditgeschäft in Bad Pyrmont, was nicht an der Leistungsfähigkeit der Bank gelegen hat. „Wir könnten ohne Probleme 300 Millionen Euro an Krediten geben“, versicherte Johannink. Geworden sind es 32 Millionen Euro, von denen gut zwei Drittel an Gewerbebetriebe ausgezahlt wurden. Ein Drittel stellte die Bank für den privaten Wohnungsbau, vornehmlich für energetische Sanierungen, zur Verfügung. Hier stieg die Nachfrage deutlich an. Diese Entwicklung sei angesichts geringer konjunktureller Impulse für Unternehmen und Privathaushalte sowie unter Berücksichtigung hoher Tilgungsleistungen sehr zufriedenstellend, kommentierte er. Eines jedenfalls sei kein Thema: „Für die Kunden der Stadtsparkasse Bad Pyrmont gibt es keine Kreditklemme und wird es auch künftig nicht geben“, betonte Johannink.

Die Bank steht also bereit, mit frischen Krediten das Geschäft anzukurbeln. Allerdings verhalten sich potenzielle Käufer von Immobilien und Bauherren vielfach noch abwartend, auch wenn die Sparkasse eine leichte Entspannung auf dem Immobilienmarkt erkennen vermag.

Bei den Bausparverträgen ging das Geschäft leicht zurück, beim Versicherungsneugeschäft legte die Sparkasse dagegen mehr als zehn Prozent zu. Mit 2 Millionen Euro hat die Bank im vergangenen Jahr sieben Existenzgründungen begleitet. Die Summe, die das Unternehmen durch Insolvenzen von Kreditkunden verloren hat, bezifferte Lauffer auf „keine 100 000 Euro.

Es ist vor allem die Verbundenheit mit Bad Pyrmont, die der Vorstandsvorsitzende immer wieder als Argument für das von ihm geführte Unternehmen anführt. „Es gehört zu unserem Selbstverständnis, dass hier erwirtschaftetes Geld den Bürgern und ihrer Stadt wieder zugutekommt. Im Gegensatz zum Verhalten der Großbanken geht es darum, im Sinne der Sparkassenidee Nutzen für Bad Pyrmont zu stiften.“ Das untermauert er auch mit einer Zahl. 600 000 Euro habe das Institut im vergangenen Jahr für Initiativen und Projekte in Bad Pyrmont bereitgestellt.

Auch vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion über Landkreisfusionen im Weserbergland oder das Zusammenwachsen größerer Wirtschaftsräume ist ein Zusammenschluss mit anderen Sparkassen für die Stadtsparkasse Bad Pyrmont kein Thema. „Wir sind hochprofitabel und eigenkapitalstark und haben darum keine wirtschaftlichen Bedürfnisse für eine Fusion“, machte Lauffer klar.



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