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Wegen des 40-jährigen Bestehens der Partnerschaft mit La Flèche geht es um Frankreich / Reiseziel ist Lothringen

Gesandter eröffnet Vortragsreihe des "Treff im Stift"

Obernkirchen (sig). Eine Idee, die 1950 ihren Anfang nahm, hat die Bergstadt weitüber die Grenzen des Schaumburger Landes hinaus bekannt gemacht. Zu jener Zeit sprach man jedoch noch nicht vom "Treff im Stift", sondern vom Loccumer Freundeskreis. Ins Leben gerufen worden ist er von Friedrich Heye, dem damaligen Chef des gleichnamigen Obernkirchener Glasunternehmens.

veröffentlicht am 02.04.2007 um 00:00 Uhr

Auch damals ging es bereits darum,über den Tellerrand hinauszuschauen und sich Informationen und zusätzliches Wissen zu beschaffen. Das seit Jahren verfolgte Prinzip des "Treff im Stift" hieß, sich im Rahmen einer Vortragsreihe mit einem Nachbarland oder auch einem anderen Teil Deutschlands zu befassen. Damit verbunden war jeweils auch eine mehrtägige Fahrt in eine der ausgewählten Regionen. Im vergangenen Jahr stand Belgien im Mittelpunkt des Interesses, jenes Kernland der Europäischen Union, dessen Hauptstadt Brüssel eine der beiden Zentren der EU ist. Auf besonderes Interesse stieß dabei die Geschichte des Glockenspiels, denn Mechelen ist ein Weltzentrum der Glockenspielkunst. Namhafte Musiker haben sich dort ausbilden lassen. In den nächsten beiden Jahren hat sich das Leitungsteam von "Treff im Stift" entschieden, sein Augenmerk auf Frankreich zu legen. Der Vorschlag dazu kam von Beate Krantz, der früheren Gruppensprecherin im Rat der Bergstadt. Sie erinnerte daran, dass 2008 die Partnerschaft zwischen Obernkirchen und La Flèche seit 40 Jahren besteht. Aus der Vielzahl sehenswerter und auch geschichts trächtiger Regionen des westlichen Nachbarlandes wurde Lothringen ausgewählt, ein Bereich, der aufgrund seiner Grenzlage eine wechselvolle Vergangenheit hinter sich hat. Von hier kommt mit Robert Schumann einer der Väter der europäischen Versöhnung und Einigung. Die Hauptstadt Nancy soll das Ziel einer mehrtägigen Fahrt werden, deren Termin noch nicht feststeht. Von dort werden noch verschiedene andere Ziele angesteuert. Die Vortragsreihe soll im September im Festsaal des Stiftes gestartet werden mit einem Vortrag des deutschen Gesandten in Paris, Dr. Heinrich Wilhelm Beuth, über das Thema "Frankreich und Deutschland - ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis". Mit Hans Jürgen Stang hält ein anerkannter Fachmann des Tourismus im Oktober einen Diavortrag über Elsaß-Lothringen. Kurze Zeit später gibt die heimische Organistin Regina Ackmann in der Stiftskirche ein Konzert mit französischer Orgelmusik aus der Romantik. Der Fotograf Dietmar Schmid wartet im November in der Roten Schule mit einer Panoramavision unter dem Titel "La Provence - Poesie der Sinne" auf. Der Historiker Professor Dr. Erich Pelzer aus Mannheim hat zugesagt, im Dezemberüber die imposanteste Gestalt der französischen Geschichte zu referieren. Er befasst sich mit "Napoleon Bonaparte - Zerstörer und Erneuerer Europas". Ende Januar 2008 zeigt der Fotograf Martin Schulte-Kellinghaus aus Freiburg im Rahmen einer Panoramavision Motive aus Burgund (Stichwort: Kanäle, Kunst und Lebensfreude). Der Kunsthistoriker Professor Dr. Michael Hesse von der Heidelberger Universität spricht über "Klassische Architektur Frankreichs: Schlösser und Gärten 1600-1800" im Stift. Zum Abschluss der Vortragsreihe spricht der Cuxhavener Theologe Pastor i. R. Wilhelm von der Recke im März über die "Geschichte und Gegenwart der evangelischen Kirche in Frankreich", und im Mai referiert Pastor i. R. Horst Jacobs aus dem Schaumburger Land über "Marc Chagall: Land des Lichtes und der Freiheit - die Rolle Frankreichs im Leben des Marc Chagall".

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