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Becker: "Wulff bricht Wahlversprechen"

Gesamtschulen nur einen halben Tag?

Landkreis (jl). IGS nur als Halbtagsschule? Wie die Kreisverwaltung aus dem Kultusministerium erfahren habe, plane die CDU/FDP-Landesregierung, die neuen Schaumburger Gesamtschulen in Helpsen, Obernkirchen und Rodenberg nur als Halbtagsschulen zu genehmigen. Mit dieser Botschaft hat SPD-Kreisvorsitzender Karsten Becker am Freitag eine Bildungsveranstaltung im Stadthäger Kreishaus eröffnet (siehe Seite 22).

veröffentlicht am 24.11.2008 um 00:00 Uhr

Nach Aussagen eines Ministeriumssprechers sei davon auszugehen, dass CDU-Kultusministerin Heister-Neumann die von den drei neuen Gesamtschulen vorbereiteten Ganztagsschulanträge nicht genehmigen werde, erläuterte Becker. Für die Schaumburger SPD haben der Vorsitzende und Kreis-Fraktionschef Eckhard Ilsemann diesen "absurden pädagogischen Vorstellungen" eine klare Absage erteilt. Um das pädagogische Konzept Integrierter Gesamtschulen umsetzen zu können, sei ein verbindlicher Nachmittagsunterricht zwingend erforderlich. Die "Rhythmisierung des Tagesablaufs", in dem Lern- und Ruhephasen über den gesamten Tag verteilt werden, sei ein zentraler pädagogischer Ansatz zur individuellen Förderung von Schülern und lasse einen Verzicht auf Nachmittagsangebote nicht zu. Für die Umsetzung des pädagogischen Konzepts einer IGS seien im Minimum sechs zusätzliche Lehrerstunden pro Klasse und Woche erforderlich, "die das Land offensichtlich nicht bereitstellen will". Als CDU-Ministerpräsident Christian Wulff im Landtagswahlkampf die Aufhebung "des anachronistischen Errichtungsverbots für Gesamtschulen" versprochen habe, seien Schüler, Eltern und Lehrer selbstverständlich davon ausgegangen, dass die neu gegründeten Gesamtschulen personell genauso wie die existierende IGS Schaumburg in Stadthagen mit der für ein verbindliches Ganztagsschulangebot erforderlichen Lehrerversorgung ausgestattet würden. Becker bewertet die Pläne als "unglaublichen Versuch der CDU/FDP-Landesregierung, die Integrierten Gesamtschulen in Schaumburg auf den letzten Metern doch noch zu verhindern. Das ist genau so, als würde man bei einem Auto die Räder abbauen und fröhlich ?Gute Fahrt' wünschen", beklagt der Schaumburger SPD-Chef den"zynischen Schachzug der Landes-CDU". Der "pädagogische Murks", den die CDU den zukünftigen Schaumburger IGS-Standorten Helpsen, Obernkirchen und Rodenberg anbieten wolle, habe mit einer Integrierten Gesamtschule jedenfalls nichts zu tun, sind sich Becker und Ilsemann einig. Die Schaumburger SPD-Abgeordneten Heiner Bartling und Grant-Hendrik Tonne werden das CDU-Täuschungsmanöver im Landtag zur Sprache bringen.

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