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Vermutlich mehr als zehn Millionen Euro für Ausbau mit Oberstufe, Inklusion und energetischer Sanierung

Gesamtschule wird ein teures Kapitel

Hameln. Der Ausbau der Integrierten Gesamtschule (IGS) am Schulzentrum Nord kommt mit Sicherheit deutlich teurer als bisher mit 6,4 Millionen Euro veranschlagt. Konkrete Zahlen wurden während der Sitzung des Ratsausschusses für Kindertagesstätten, Schulen und Sport am Donnerstag zwar nicht genannt, aber allein die Errichtung „mobiler Raumlösungen“ für die Jahrgänge bis zum Schuljahr 2015/16 wird Ausgaben im niedrigen siebenstelligen Bereich erfordern, wie Fachleute auf Befragen erklärten. Pro Jahrgang werde es fünf Unterrichtsräume geben, dazu einen „Funktionsraum“ als Jahrgangsgruppenraum, zwei weitere als Jahrgangsleiterzimmer und als Jahrgangslehrerzimmer, wie Volker Mohr vom Bauamt der Stadt dem Ausschuss berichtete. Hinzu komme ab dem Schuljahr 2013/14 eine Schülerbücherei, ein Raum für den Freizeit- und Ganztagsbereich sowie ein Raum für eine multifunktionale Nutzung zum Essen oder zur Freizeitgestaltung. Endgültig verabschieden soll der Verwaltungsausschuss diese Raumplanung. „Dann werden auch die Kosten dafür errechnet sein“, erklärte Mohr.

veröffentlicht am 23.02.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2015 um 11:10 Uhr

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Stadträtin Gaby Willamowius hatte zuvor von einem „klaren Bekenntnis“ der Stadt und des Landkreises zur IGS am Standort Schulzentrum Nord gesprochen und versichert: „Wir wollen die IGS an diesem Schulstandort mit einer hochqualitativ arbeitenden Schule.“ Das dem Ausschuss zur Beschlussfassung vorliegende Konzept wurde auf Eis gelegt. Denn zunächst soll mithilfe externer Expertise gutachterlich geprüft werden, welcher Raumbedarf für den Ausbau der integrierten Gesamtschule mit ihren besonderen pädagogischen Anforderungen zugrunde gelegt werden muss (wir berichteten). Dabei müsse es um einen Blick auf das gesamte Schulzentrum gehen, bekräftigte Willamowius, nicht nur auf einzelne Sparten. Für die jetzt zu erwartende Übergangslösung müssten Sofortmaßnahmen eingeleitet werden, die spätestens mit dem Beginn des nächsten Schuljahrs greifen müssten. Willamowius: „Das wird also sehr eilig.“

Zweifel an dem Gesamtkonzept mit einer Oberstufe an der IGS äußerte vor allem der Ratsherr Herbert Habenicht (FDP). Er erwartet, dass es künftig im Landkreis noch mehr Integrierte Gesamtschulen geben werde und sich die Hochrechnungen über die künftigen Schülerzahlen dadurch quantitativ deutlich veränderten. „Diese Schulen“, erklärte Habenicht, „werden sich auch um Oberstufen bemühen. Nur: Wo sollen dann die Schüler für die sechs Hamelner Oberstufen herkommen?“ Ursula Wehrmann (Grüne) erwartet zwar ebenfalls mehr Integrierte Gesamtschulen im Landkreis, sieht aber trotzdem eine klare Notwendigkeit für eine IGS mit eigener Oberstufe in Hameln, „weil die IGS Regelschule werden wird, auf der ein angemeldetes Kind auch sein Abitur machen können muss“.

Vor letzten Entscheidungen will Wehrmann die Anmeldezahlen für die verschiedenen Schulen in Hameln im Mai abwarten. Wichtig sei jetzt, die erforderlichen Sofortmaßnahmen zu verwirklichen. Denn das bereits anderthalb Jahre dauernde Provisorium der IGS müsse schnellstens beendet werden.

Dass es nicht bei den 6,4 Millionen Euro für den IGS-Ausbau und die Millionen für die mobile Raumlösung in großzügigen Containern bleiben wird, lässt sich an den Oberstufenplänen ablesen: Sie erfordern weitere Investitionen, hinzu kommen Maßnahmen für die Inklusion, also die gemeinsame Beschulung mit Behinderten, und die energetische Sanierung des Schulzentrums. Mit Gesamtkosten von deutlich mehr als 10 Millionen Euro bis zum Abschluss der gesamten Maßnahme muss gerechnet werden.



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