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Supermarkt-Filiale am Kastanienwall soll schließen / Noch kein Kommentar von der Zentrale

Gerüchteküche brodelt: Penny bald dicht?

Hameln (kar/CK). Die Damenrunde, die sich in der Cafeteria des Seniorenheims Curanum versammelt hat, ist sichtlich aufgeregt. „Das kann man mit uns nicht machen“, empören sich die Seniorinnen. Das – damit meinen sie die geplante Schließung des Penny-Marktes am Kastanienwall, die angeblich schon im Juni erfolgen soll. Für alle, die darauf angewiesen sind, ihre Einkäufe in der Stadt zu Fuß zu erledigen, ist er der einzige zentral gelegene Lebensmittelmarkt. Denn: Der Weg zu Real in der Stadt-Galerie ist für viele zu weit und zu beschwerlich.

veröffentlicht am 29.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Schön zentral, aber bald dicht? Der Penny-Markt am Kastanienwall

Hameln (kar/CK). Die Damenrunde, die sich in der Cafeteria des Seniorenheims Curanum versammelt hat, ist sichtlich aufgeregt. „Das kann man mit uns nicht machen“, empören sich die Seniorinnen. Das – damit meinen sie die geplante Schließung des Penny-Marktes am Kastanienwall, die angeblich schon im Juni erfolgen soll. Für alle, die darauf angewiesen sind, ihre Einkäufe in der Stadt zu Fuß zu erledigen, ist er der einzige zentral gelegene Lebensmittelmarkt. Denn: Der Weg zu Real in der Stadt-Galerie ist für viele zu weit und zu beschwerlich. Noch hat die Penny-Zentrale keine Stellungnahme abgegeben, bleiben die Gründe für eine Schließung dieser Filiale reine Spekulation: Liegt sie zu nah am Penny-Markt in der Süntelstraße? Oder liegt’s daran, dass man keine Großeinkäufe tätigen kann, weil keine Parkplätze vorhanden sind, sich der Einkaufswagen also nicht bis zum Auto schieben lässt? Wurde von den Laufkunden vielleicht nicht genug Umsatz gemacht? Die Penny-Zentrale schweigt, die Gerüchteküche brodelt und erhitzt die Gemüter.

„Wo soll ich denn dann mal schnell zwischendurch oder nach Feierabend auf dem Weg nach Hause einkaufen?“, fragt eine Kundin. Auch die alten Damen im Seniorenheim sind ratlos. Dort hatte Lieselotte Unverzagt (92) von der Schließung gerüchteweise gehört. Ihre Mitbewohnerin Edeltraud Wolff (79) fragte im Laden nach. Und bekam dort die Bestätigung für ihre Befürchtung. Inzwischen halten sich die Angestellten bedeckt, dürfen oder wollen keinen Kommentar abgeben. Wie die 82-jährige Erika Fraatz, die beim Laufen zwar auf einen Rollator angewiesen ist, aber noch jeden Tag selbst kocht, holen sich bei Penny auch andere alles Nötige, noch schnell was fürs Abendbrot oder Toilettenartikel. Auch Obst und Gemüse sind begehrt – „das ist da immer frisch“, sagen die Curanum- Seniorinnen. Den Weg bis zum Penny an der Süntelstraße oder zu Real schaffen sie nicht mehr. Bleibt noch der hauseigene Kleinbus, der einmal im Monat mit Bewohnern zum Multimarkt fährt. „Aber da passen nur acht Leute rein“, sagt Käte Schmidt, die den Penny-Markt gerade wegen seiner Überschaubarkeit gut findet. Die 76-Jährige glaubt nicht, dass die Filiale am Kastanienwall nicht genug Umsatz macht: „Da sind doch immer Kunden drin“.

Mit einer Unterschriftensammlung möchten die Seniorinnen die Schließung verhindern: „Damit kann man vielleicht Druck machen.“

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