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Neschen-Großaktionär setzt Antrag durch / Beschwerde gegen Gerichtsbeschluss ist möglich

Gericht zwingt Vorstand zur Versammlung

Bückeburg (rc). Die Neschen AG muss eine außerordentliche Hauptversammlung (aoHV) einberufen. Diesen Beschluss hat das Registergericht am Amtsgericht Stadthagen gefasst. Es folgte damit einem Antrag der Vermögensverwaltung Erben Dr. Karl Goldschmidt GmbH (VVG), mit einem Aktienanteil zwischen 25 bis 29,99 Prozent einer der Großaktionäredes börsennotierten Bückeburger Unternehmens.

veröffentlicht am 11.10.2007 um 00:00 Uhr

Die Geschäftsvorgänge in den zurückliegenden Jahren sollen auf W

Gegen den Beschluss ist Beschwerde beim Landgericht Bückeburg möglich, teilte die zuständige Pressesprecherin des Landgerichts, Dr. Birgit Brüninghaus, auf Anfrage mit. Zum Inhalt des Beschlusses wollte sie mit Verweis auf "schützenswerte Privatinteressen" keine Angaben machen. Ein Unternehmenssprecher der Neschen AG sagte, dass der Beschluss erst gestern zugegangen sei. Derzeit würde er von den Juristen geprüft. Daher könne noch nicht gesagt werden, ob das Unternehmen Rechtsmittel einlegen werde. Der Sprecher verwies auf die Position des Vorstandes vom Juni. Damals hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es keine Veranlassung sehe, die seinerzeit "richtig aufgestellten Jahresabschlüsse und insbesondere die betreffenden Bilanzansätze in Frage zu stellen". Der Antrag sei unbegründet. Die VVG hatte bereits am 15. Juni den Vorstand der Neschen AG aufgefordert, zur Klärung von Geschäftsvorgängen in den zurückliegenden Jahren eine Sonderprüfung durchführen zu lassen. Dieses Begehren sei vom Vorstand der Neschen AG abgelehnt worden, teilte die VVG in einer Pressemitteilung mit. Wie angekündigt, habe die VVG deshalb von ihrem Recht nach Paragraph 122 des Aktiengesetzes Gebrauch gemacht und die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung auf dem Rechtsweg beantragt: "So wurde der Gefahr begegnet, etwaige Verjährungsfristen verstreichen zu lassen." Diesem Antrag hat das Registergericht am Amtsgericht Stadthagen am 28. September stattgegeben. Die VVG werde nun "unverzüglich" den durch das Aktiengesetz vorgegebenen Weg zur Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung beschreiten. Zum Hintergrund des Paragraphen 122: Der Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung muss stattgegeben werden, wenn dies mindestens 20 Prozent der Aktionäre verlangen; die VVG hält über 25 Prozent. Die außerordentliche Hauptversammlung hat dann - mit Mehrheit - über die Einsetzung des Sonderprüfers zu beschließen. Ergänzend wies die VVG darauf hin, dass ein zeitgleich anhängiges gerichtliches Verfahren eines Aktionärs zur Anfechtung der gesamten ordentlichen Neschen-Hauptversammlung in keinem Zusammenhang mit dem von der VVG betriebenen Verfahren steht.



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