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SPD-Kandidat gewinnt Wahl zum Landrat in Minden-Lübbecke / Hartmut Heinen (CDU) hadert mit seiner Partei

Genosse Ralf Niermann siegt mit klarem Vorsprung

Minden (ly). Im Endspurt um den Posten des hauptamtlichen Minden-Lübbecker Landrats hat Dr. Ralf Niermann (SPD) das Ziel mit unerwartet deutlichem Vorsprung erreicht. Niermann erhielt in der Stichwahl am Sonntag 53,12 Prozent der Stimmen, sein Gegner Hartmut Heinen von der CDU 46,88.

veröffentlicht am 29.05.2007 um 00:00 Uhr

Strahlen um die Wette: Dr. Ralf Niermann (rechts), soeben zum La

Zu dem von vielen Beobachtern erwarteten Kopf-an-Kopf-Rennen kam es damit nicht. Zwei Wochen zuvor hatten die Kandidaten nach dem ersten Urnengang in den elf Städten und Gemeinden des Kreises noch fast gleichauf gelegen: Niermann mit 45,9 Prozent, Heinen mit 44,6. Den Grundstein zum Erfolg legte der künftige Landrat im bevölkerungsstarken Minden, wo er auf 62,6 Prozent kam. "Ein Traum ist in Erfüllung gegangen", sagte Niermann (43), zurzeit noch Regierungsdirektor in der Potsdamer Staatskanzlei. Im Amt bleiben wird er bis zum Jahr 2014. Verlierer Hartmut Heinen (39), Referatsleiter im Mindener Kreishaus, haderte mit der eigenen Partei. "Ich hätte mir die Organisation des Wahlkampfes professioneller vorgestellt", kritisierte er. Da sei man "etwas zu dilettantisch rangegangen". Als sich nach dem ersten Wahlgang eine Niederlage angekündigt hatte, waren Christdemokraten teilweise von Haus zu Haus gezogen, um für Heinen zu werben. Zum Erfolg hat dies nicht geführt. Auch der "Krömer-Bonus" zog nicht. Amtsvorgänger Wilhelm Krömer (68), Ende April aus Altersgründen in den Ruhestand verabschiedet, galt in der Bevölkerung alsaußerordentlich beliebt. Heinen ist sein politischer Ziehsohn. Dagegen hatte die SPD ihren Kandidatenöffentlich in einem monatelangen Auswahlverfahren gegen drei weitere Bewerber gekürt, aus dem Niermann als strahlender Sieger hervorging. Als Sieger stellte er sich dann dem Wahlkampf. Im Kreistag könnte Niermann ein "König ohne Mehrheit" sein, wie es der CDU-Kreisvorsitzende Steffen Kampeter formulierte, denn dort hat eine bürgerliche Mehrheit das Sagen. Andere sehen im Sohn des früheren Mindener Stadtdirektors Dr. Erwin Niermann einen Mann, der von Parteiräson nicht so viel hält. Hinter den Kulissen hat unterdessen das Gezerre um den Posten von Kreisdirektorin Cornelia Schöder (SPD) begonnen. Die CDU, so heißt es, erhebe Anspruch darauf. Der anfangs hoch gehandelte Name Kai Abruszat, Beigeordneter in Porta Westfalica, fällt kaum noch, zumindest in diesem Zusammenhang. Noch 'n Gerücht: Schöder könnte in der Verwaltungsspitze der Kliniken im Mühlenkreis weich landen. Die Beteiligung an der Landratswahl lag bei schwachen 27,2 Prozent, Wahlberechtigt waren mehr als 260 000 Menschen.



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