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Henning Scherf im Lauenhäger Bauernhaus: Senioren beteiligen / Erfahrung aus der Alten-WG

Gemeinsamer Weg – bis ans Lebensende

Hülshagen (gus). Der einstige Oberbürgermeister der Hansestadt Bremen ist am Dienstag zu Gast im Lauenhäger Bauernhaus gewesen. Dort berichtete der gut zwei Meter große Henning Scherf unter anderem über seine Erfahrung aus einer Alten-Wohngemeinschaft.

veröffentlicht am 21.02.2012 um 21:11 Uhr
aktualisiert am 21.02.2012 um 22:58 Uhr

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Dass das älteste Fachwerkhaus des Schaumburger Landes „nur“ 120 Sitzplätze bietet, war einerseits schade, zumal leicht doppelt so viele Tickets hätten verkauft werden können, die Begrenzung rettete andererseits aber auch den Zeitplan, den Rolf Wöbbeking, Chef des gastgebenden Fördervereins Badewonne Nordsehl vorgegeben hatte. Denn Scherf nahm sich die Zeit, jeden Anwesenden per Handschlag zu begrüßen.

Der Redner kannte sich gut aus mit der Geschichte und mit den Plänen für das Nordsehler Hallenbad. Die vom Förderverein seit Jahren vorangetriebenen Expansionspläne unterstützte Scherf indirekt, indem er Samtgemeindebürgermeister Fritz Anke und Sparkassen-Chef Hans-Heinrich Hahne ins Stammbuch schrieb, dass sich Kreditinstitut, Kommunen und Vereine zu einer Gesellschaft zusammenschließen sollten, die das Bad künftig betreibt. Dies ist auch Wöbbekings Ziel.

Scherfs zentrales Thema ist das Alter. Senioren gehören demnach keinesfalls aufs Abstellgleis, sondern sie wollen beteiligt werden. Projekte in dieser Richtung seien nicht zwingend teuer. Lesen sei beispielsweise „fundamental“, es erfordere Aktivität - anders als das Fernsehen, das zur Vereinsamung beitrage. Auch Singen hält der Bremer für wichtig, aber nicht allein, sondern in der Gruppe.

Dasselbe rät Scherf in puncto Sport. Er schwinge sich nur dann aufs Rennrad, wenn ihn „jemand mitnimmt“. So habe er mit einer Gruppe an der Radsportveranstaltung „Cyclassics“ in Hamburg teilgenommen und dort 100 Kilometer zurückgelegt. „Allein hätte ich das nie geschafft“, gestand er. Der Antrieb der Mitradler und der Windschatten hätten ihm geholfen.

Scherf berichtete vom Leben mit seiner Ehefrau in einer Senioren-WG. Das Paar habe nach einem Weg gesucht, um möglichst bis zum Lebensende beisammen bleiben zu können. In der Wohngemeinschaft laden sich die zehn Mitbewohner reihum zum Frühstück ein. Auch das Mittagessen wird abwechselnd zubereitet, und ein gemeinsames Auto wird geteilt. Der Weg zur Harmonie sei aber ein mühseliger Prozess gewesen, räumte Scherf ein.

Den Posten des bremischen Bürgermeisters hat Scherf vor rund sieben Jahren abgegeben. Doch aktuell ist er noch immer Präsident des Deutschen Chorverbands. Und deshalb gab es jede Menge Musik im Bauernhaus. Mit dem „Schaumburger Lied“ begrüßte das Trio „Die Meinefelder“ den Ehrengast. Außerdem sang der Männergesangverein Nienbrügge.

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