weather-image
18°
In der Musikerszene, auch bei Wesio, gibt es breiten Widerstand gegen geplante Gema-Regeln.

Gema-Petition unterzeichnen – Vielfalt retten!

Hameln (kv). Wesionär Alexander Hartmann ist „hauptberuflicher“ Saxofonist. Er und seine Kollegen ernähren mit ihrer Musik ihre Familien. Bereits heute macht die Gema den Veranstaltern das Leben schwer, ohne dass die große Mehrheit der Musiker wirklich von den Gema-Gebühren profitieren würden. Bei den Frühjahrskonzerten der Blasorchester und auch bei ihren sonstigen öffentlichen Auftritten schlägt die Gemagebühr schon jetzt erheblich zu Buche.

veröffentlicht am 01.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 17:21 Uhr

Saxofonist Hartmann und Musikerkollegen

Eine Erhöhung von 600 Prozent werden viele nicht verkraften können. Alexander Hartmann bittet deshalb, den kleinen Veranstaltern und den Musikern mit der Unterzeichnung der Petition eine Stimme im Deutschen Bundestag zu geben. Er schreibt im Wesio-Blog: Drastische Erhöhung der Gemagebühr verhindern!

„Die Gema-Gebühren, die bei Live-Musik fällig werden, sollen drastisch erhöht werden, was gerade kleine Veranstalter wie Vereine und Blasorchester – auch ohne kommerzielle Absichten – betrifft. In Zukunft kann man sich dann nur noch im Fernsehen Veranstaltungen wie „The Dome“ anschauen.

Das Urheberrecht wird langsam, aber sicher zu einem Kontrollrecht über Kreative, Verwerter und Konsumenten. Es steht vor einer tief greifenden Reform. Das mögen einige fürchten, die große Reform des Urheberrechtes wird aber trotzdem kommen, weil ohne sie die Kulturmärkte nicht überleben können.

Die Gema gefährdet kulturelle Vielfalt

Die intransparenten Gebührenerhebungs- und Verteilungspraktiken der Gema gefährden die kulturelle Vielfalt im Lande. Die Gema-Richtlinien führen bereits heute oft dazu, dass viele Kleinveranstalter, die Konzerte mit Nachwuchstalenten anbieten, mehr Geld an die Gema abführen, als sie bei diesen Veranstaltungen einnehmen. Von den Gema-Abgaben der Kleinen profitieren derweil vor allem Rechteverwalter und jene bekannten Musiker, die dank ihrer hervorragenden Verkaufszahlen auf diese Quersubventionierung gar nicht angewiesen wären.

Die verlinkte Petition hat bereits über 80000 Mitzeichner und gehört damit zu den erfolgreichsten Petitionen überhaupt. Bis zum 17. Juli 2009 kann man noch zeichnen.

Text der Petition: „Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass das Handeln der Gema auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird und eine umfassende Reformierung der Gema in Hinblick auf die Berechnungsgrundlagen für Kleinveranstalter, die Tantiemenberechung für die Gema-Mitglieder, Vereinfachung der Geschäftsbedingungen, Transparenz und Änderung der Inkasso-Modalitäten vorgenommen wird.

Begründung: Das Ziel dieser Petition ist nicht die Abschaffung der Gema, denn geistiges Gut ist schützenswert und die Künstler, sprich die Gema-Mitglieder und Mitglieder anderer Verwertungsgesellschaften, sollen zu ihrem Recht kommen.

Leider werden die Gema-Gesetze weder der Musik im Allgemeinen und schon gar nicht der großen Mehrheit ihrer eigenen Mitglieder gerecht.

Künstler sind in ihrer Existenz bedroht

Zur Gebührenberechnung für Kleinveranstalter legt die Gema folgende drei Punkte zugrunde: Raumgröße, Höhe des Eintrittgeldes und Gema-Pflicht für die gesamte Veranstaltung ab einem gema-pflichtigen Musikstück. Die durchwegs zu hohen Gebühren zwingen Kleinveranstalter, die Anzahl der Konzerte zu reduzieren. Viele veranstalten gar keine Konzerte mehr.

Demgegenüber werden die Künstler-Tantiemen nach dem so genannten, hochkomplizierten „Pro-Verfahren“ berechnet und der Hauptanteil der Gema-Einnahmen landen in einem so genannten „großen Topf“.

Auch viele Künstler sind deshalb in ihrer Existenz durch zu wenig Auftrittsmöglichkeiten und zu geringe Tantiemen bedroht.

Aufgrund der sogenannten „Gema-Vermutung“ verpflichtet die Gema die Veranstalter, auch urheberrechtlich ungeschütztes Material zu melden, was mit einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden ist. Wenn ein Konzert nicht gemeldet wird, erhebt die Gema eine sogenannte Recherche-Gebühr von 100 Prozent der festgelegten Gema-Gebühren ohne vorherige Mahnung und ohne Kenntnis, ob gema-pflichtige Werke aufgeführt und ob dieses Konzert überhaupt stattgefunden hat.

All diese Probleme belasten die deutschlandweite Live-Kultur. Die Gema, einst als Rechteverwalterin der Kulturschaffenden angetreten, wird zunehmend vom „Kultur-Schützer“ zum „Kultur-Vernichter“.“ Den Link zur Petition finden Sie unter „AlexanderHartmann“ bei:



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare