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Bestens aufgelegtes Trio zeigt "Abu Hassan" vor spärlich besetzten Stuhlreihen

Gelungenes Wechselspiel zwischen Geld und Liebe in der Musikschule

Bückeburg. Es müssen nicht immer Fernseh-Sendungen wie "Sesamstraße", "Power-Rangers" oder gar "Germany's next Top-Model" sein, die unseren Nachwuchs in Bann ziehen. Bildhaft erzählte, gesungene und dargestellte Kurzopern können den gleichen Zweck erfüllen und sind obendrein lehrreich.

veröffentlicht am 04.06.2008 um 00:00 Uhr

Ohne Moos nix los: Abu Hassan und Fatime besingen ihr pekuniäres

Autor:

Dietlind Beinßen

Ein Paradebeispiel dafür war am Sonntag in der Musikschule Schaumburger Märchensänger zu erleben, als ein bestens aufgelegtes Gesangstrio von "Jo! Junge Oper Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen" Carl Maria von Webers Einakter "Abu Hassan - eine Geschichte aus 1001 Nacht" spielfreudig in Szene gesetzt hat. In Abu Hassans Haus ist Schmalhans Küchenmeister. Bei Brot und Wasser beklagen Hassan und Ehefrau Fatime die Ebbe in ihrer Kasse und erträumen sich schöne Zukunftsbilder. Omar, der reiche Wechsler, löst - weil er Fatima liebt - die Schuldscheine zum Glück ein und gewährt Zahlungsaufschub. Doch weiterhin fehlt dem drolligen Duo die zum fröhlichen Leben notwendige bare Münze. Um diese zu beschaffen, hecken sich Hassan und Fatime einen kecken Streich aus: Sie wollen sich nacheinander tot stellen, weil sie vom Kalifenpaar die übliche Trauergabe empfangen möchten. Lange Rede, kurzer Sinn: Der Streich klappt und noch dazu mit der aus dem Publikum auf die Bühne geholten Leiterin des "Gemischten Chors Eilsen", Ulrike Köhler, als Kalifengattin. Was die Kurzoper betrifft, soäußern sich darin zum ersten Mal der Webersche Werkcharakter und dessen frühe Meisterschaft in der Ensembletechnik. Nun ist der Konzertsaal der Musikschule kein glamouröses Opernhaus, aber einen sehr guten Eindruck von der Vielschichtigkeit des am 4. Juni 1811 in München uraufgeführten Stückes vermittelte das liebevoll und gewitzt szenisch dargebotene, von Webers Musik kolorierte Potpourri den Kindern und deren Begleitern auf jeden Fall. Vor allem dank eines mit wohltönenden Bass-, Tenor- und Sopran-Stimmen gesegneten munteren Sänger(innen)trios, das den Nachwuchs über eine Stunde lang zu fesseln vermochte und für seine plastischen Klangschilderungen immer wieder lustige Reaktionen aus dem Publikum bekam. Die Kleinen und auch die Größeren gingen spürbar mit, beantworteten eifrig und - erstaunlich gekonnt - Fragen nach Instrumenten und hörten genau zu, als es vor Beginn um die instrumentale Stärke des Orchesters ging. Der Wermutstropfen: Zum Schluss gab es nur tüchtig zu "bekritteln", dass nicht mehr Gäste den Weg zur Musikschule eingeschlagen hatten. Jammerschade!



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