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Hamburger Kinderchor "Cantemus" und Schaumburger Jugendchor geben gemeinsames Konzert

Gelungener Auftritt vor der großen USA-Reise

Bad Eilsen (sig). Die Gäste, die am Sonnabendnachmittag ihre Schritte zur Christuskirche lenkten, schienen zu ahnen, was sie dort erwartet: ein Chorkonzert von besonderer Qualität.

veröffentlicht am 17.09.2008 um 00:00 Uhr

Die Christuskirche erlebt die Generalprobe des Hamburger Kinderc

Ausführende waren zwei Ensembles, die in Kürze fast parallel in die Vereinigten Staaten fliegen, um dort deutsches und internationales Liedgut zu präsentieren. Gastgeber war die evangelische Kirchengemeinde. Die Begrüßung übernahm Pastor Reiner Rinne. Er bedachte diese Veranstaltung mit der mit allgemeinem Schmunzeln aufgenommenen Aussage: "Eilsen auf dem Weg in die USA." Bei ihm bedankte sich anschließend der Sprecher des Schaumburger Jugendchores, Jörg Nitsche. Er stellte den Kinderchor Cantemus vor, der aus Hamburg für ein verlängertes Wochenende ins Schaumburger Land gekommen war. Dieser Besuch war das Ergebnis einer Bekanntschaft via Internet. Danach kam es bereits im Juni zu einem ersten gelungenen Treffen in der Hansestadt. "Es gibt eben glückliche Zufälle", lautete der Kommentar von Nitsche zu dieser sich anbahnenden Freundschaft zwischen den beiden jungen Chorgemeinschaften. Und er fügte hinzu: "Unser Ziel ist es, mithilfe der Musik Freunde überall in der Welt zu finden." Diesen Versuch starten beide Chöre wieder in den Herbstferien jenseits des "großen Teiches". Der Schaumburger Jugendchor wird in 16 Tagen rund 6000 Kilometer zurücklegen und dabei sechs Konzerte geben. Besucht werden unter anderem die Städte San Francisco, Las Vegas, Phoenix und Los Angeles. Der Hamburger Kinderchor hat eineähnliche Konzerttour vor sich wie der Jugendchor vor zwei Jahren. Ausgangspunkt ist Chicago, dann geht es rund um den Lake Michigan zu den Niagara-Fällen bis zum Abschluss in New York. Das gemeinsame Konzert in der Christuskirche bekam durch diese Planungen einen besonderen Stellenwert. Nitsche: "Wir proben hier praktisch unter echten Konzertbedingungen." Was danach folgte, war ein begeisterndes fröhliches Musizieren, das gut passte zur allgemeinen Stimmung dieses wunderschönen Herbsttages. Die Kirchenbesucher bekamen mehr als eine Vorahnung davon, worauf sich die amerikanischen Zuhörer freuen dürfen. Der von Clemens Bergemann geleitete Hamburger Kinderchor sorgte für einen anspruchsvollen Auftakt mit Kirchenmusik vom "Ave verum corpus" (Poulene) bis zum "Laudate pueri" (Mendelssohn-Bartholdy). Maike Gratenau hatte als junge Solistin keine Schwierigkeiten mit der Bach-Komposition "Bist du bei mir". Im zweiten Teil brachte die hanseatische Chorgemeinschaft zunächst deutsche Volkslieder zu Gehör, danach die bekannte israelische Weise "Hava Nagheela", ein Solo aus "Fiddler on the roof" und, was nicht fehlen durfte, ein Seemannslied. Der Schaumburger Jugendchor (Leitung: Andreas Mattersteig. Klavierbegleitung: Vera Spindel) eröffnete sein Programm mit dem "Agnus Die" von Chaminade, setzte es fort mit einem Choral und einem Spiritual und ließ dann Heinrich Heine mit der "Loreley" zu Wort kommen. Der Übergang zu weiteren Volksweisen gelang mit dem beliebten niederdeutschen Lied "Dat du min Leevsten büst". Später folgten das "Heideröslein", "Hab mein Wage vollgelade" und "Kein schöner Land in dieser Zeit". Nach dem Gospel "Walk in Jerusalem" gab es noch zwei gemeinsam gesungene Lieder. Der Schlusspunkt wurde mit "Siyahamba" aus Südafrika gesetzt, bei dem das dankbare Publikum mitgerissen wurde. Fazit: Die beiden jungen Dirigenten und ihre Ensembles haben exzellente Arbeit geleistet und können mit guten Perspektiven die große Auslandsreise antreten.

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