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Todenmanner verärgert: Wer, wenn nicht eine Bank könnte Fälschungen erkennen?

Geldinstitut will Dollar-Noten nicht eintauschen - Angst vor Fälschung

Rinteln (ur). Eigentlich wollte Erwin Bolm seiner Verärgerung über ein hiesiges Geldinstitut in einem Leserbrief zum Ausdruck bringen - ein Leserbrief, für den er schon die etwas polemische Anfangszeile "Haste Dollars auf der Kralle - in Rinteln wirst du die nicht alle!" gereimt hatte.

veröffentlicht am 30.03.2007 um 00:00 Uhr

Dann aber zog der Todenmanner es vor, die Redaktion auf den Vorgang aufmerksam zu machen. Bolms Schwiegermutter aus Sankt Petersburg war für einige Wochen in Rinteln zu Besuch und hatte sich für ihre Schlusseinkäufe einige Devisen in Reserve mitgebracht. Die Euros waren schnell ausgegeben und so fragte Familie Bolm beim vertrauten Geldinstitut in Todenmann nach, wo man diese umtauschen könne. Dort verwies man auf eine Filiale am Andeplatz, doch dort zeigte man sich wenig aufgeschlossen und lehnte den Umtausch mit der Begründung ab, es seien so viele gefälschte Dollarnoten im Umlauf. "Wer, wenn nicht eine Bank kann denn wohl solche Noten erkennen", meint dazu Bolm ungehalten. Obwohl seine Frau dann die Transaktion mit ihrem deutschen Personalausweis selbst habe vornehmen wollen, weigerte man sich in der Filiale weiterhin, den Umtausch vorzunehmen. "Bei der konkurrierenden Volksbank sah man auf Nachfrage kein Problem, verwies allerdings auf die Geschäftsstelle in Bückeburg, die für den Devisenbereich zuständig sei. "Das klappte dann anstandslos und dem Einkaufsbummel stand für meine Schwiegermutter nichts im Wege", schildert Bolm. Und gibt beiläufig zu bedenken: "Raten Sie mal, ob das Geld dann in Rinteln oder in Bückeburg ausgegeben wurde?" Wir fragten zwischenzeitlich bei der Sparkasse nach, wie man sich denn nach diesen Erfahrungen künftig bei einem erforderlichen Devisenumtausch verhalten solle. "Da hat es einfach eine Panne in der Kommunikation gegeben", schätzt Sparkassenvorstand Rolf Watermann den Ablauf ein. "Seit Einführung des Euro haben wir an den kleineren Filialen nicht mehr viel mit Devisengeschäften von Privatkunden zu tun, helfen aber natürlich weiter. In Todenmann wurde offenbar versäumt, dem Andeplatz zu signalisieren, dass die Familie bei uns bekannt ist - und dort wiederum hat man angesichts der in dieser Filiale unbekannten Kunden wohl etwas übervorsichtig reagiert, da größere Dollar-Noten nun mal häufiger als Fälschungen im Umlauf sind - das bedeutet ja nicht, dass man die einliefernden Personen persönlich im Verdachthat."

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