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Mutter hat Probleme, Tochter (10) den Schulbesuch zu finanzieren / Familienhelferin kommt

Geld von Urgroßmutter in Hefte investiert

Landkreis (sk). Unter anderem die SPD/FDP-Mehrheit im Kreistag setzt sich für die Einrichtung und Koordinierung von Schulfonds zugunsten sozial benachteiligter Schüler ein (wir berichteten). Eine alleinerziehende Mutter hat einmal aufgezeigt, warum es ihr schwerfällt, ihrer Tochter den Schulbesuch zu finanzieren.

veröffentlicht am 06.11.2007 um 00:00 Uhr

Hefte, Bücher, Stifte, dazu Ausflüge und Verpflegung: Ein Schulj

Monika B. (Name von der Redaktion geändert), deren zehn Jahre alte Tochter die fünfte Klasse einer Realschule besucht, kommt finanziell gerade so über die Runden. Den Schulatlas für die Tochter hat deren Großmutter bezahlt. Insgesamt und bis jetzt haben die Schulmaterialien für den Einstieg in die Realschule Monika B. rund 100 Euro gekostet. Darin sei der neue Ranzen nicht eingerechnet, und einige Bücher fehlten ebenfalls noch in der Summe, so Monika B. Insgesamt aber bleiben der Hartz-IV-Empfängerin - abgerechnet aller fixen Kosten - nur 320 Euro im Monat für Lebensmittel, Kleidung, Schuhe, Hygieneartikel und eben für die Schulsachen. "Damit komme ich nicht hin", so Monika B., zumal eine Krankheit der Tochter das Budget der Kleinfamilie außerdem belaste. Die meisten Schulbücher, so Monika B., seien der Tochter von der Schule gestellt worden. Arbeitshefte und sonstige Artikel mussten selber beschafft werden. Ihre Tochter habe ihr, der Mutter, dazu sogar fünf Euro gegeben, die sie von der Urgroßmutter geschenkt bekommen habe. Die Kosten für den Schulranzen hat ebenfalls die Familie übernommen. Ohne deren Zusammenhalt, so Monika B., hätte sie gar keine Chance, ihrer Tochter eine Schulbildung und ein Weiterkommen zu ermöglichen. Monika B. leidet an Bulimie und Depressionen, musste ihren Beruf als examinierte Krankenschwester aufgeben. Die heute 41-Jährige suchte Hilfe in einer Therapie und anschließend Unterstützung beim Jugendamt. Seit Oktober kommt zweimal in der Woche eine Familienhelferin zu Monika B. und deren zehnjährigen Tochter. In der Arbeitswelt will Monika B. unbedingt wieder Fuß fassen, setzt sich mit ihrer Situation auseinander, absolviert eine Fortbildung, versucht zu sparen - auch bei den Ausgaben für den Schulbesuch der Tochter. Hefte, Mappen, Stifte - beim allem habe sie nach Angeboten gesucht. Aber das Sparen hat Grenzen. Mit dem Geld, das ihr zur Verfügung stehe, könne sie ihre Tochter nicht ausreichend fördern. Gerne möchte diese Klavier spielen lernen. Monika B. beklagt den derzeitigen Zustand: "Ich finde es schlimm, dass Kinder von Hartz-IV-Empfängern nicht gefördert werden." Die einzige "öffentliche" bietet zurzeit der Förderkreis der Schule.



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