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Hubschrauberzentrum fehlen rund 700 000 Euro / Gespräche mit der Stadt über Zuschüsse

Geld fehlt: Schürmann-Bau steht auf der Kippe

Bückeburg (rc). Kann der Erweiterungsbau des Hubschraubermuseums realisiert werden oder scheitert er, weil das Hubschrauberzentrum als Trägerverein des Museums nicht genügend eigene Mittel zusammenkratzen kann? Diese Frage wird nach Informationen unserer Zeitung derzeit hinter den Kulissen heiß diskutiert. Inzwischen hat sich der Trägerverein auch an die Stadt und den Landkreis gewandt, um dort abzuklären, ob öffentliche Zuschüsse gegeben werden können.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 13:48 Uhr

Der Schürmann-Entwurf für die Erweiterung des Hubschraubermuseum

Offen ist zudem nach wie vor, ob und wann für den Erweiterungsbau EU-Gelder fließen. Eine Entscheidung dazu soll seitens der niedersächsischen Landesregierung im Herbst gefällt werden. Die Fördervoraussetzungen erfüllt das Museum, so das Ergebnis von Gesprächen des Hubschrauberzentrums mit dem zuständigen niedersächsischen Ministerium. Auf Anfrage bestätigte der Vorsitzende des Trägervereins, Oberst a.D. Wolfgang Raschke, lediglich, dass es um die Frage "Schürmann-Bau oder nicht?" geht. Weitere Auskünfte könne er "eventuell" Ende des Monats geben. Bürgermeister Reiner Brombach bestätigte auf entsprechende Nachfrage, dass es "allseits" Gespräche zwischen ihm und dem Hubschrauberzentrum gegeben habe, in denen das Finanzierungsproblem im Mittelpunkt gestanden hat. "Es gibt durchaus ein Finanzierungsproblem", fasste der Bürgermeister den Inhalt der Gespräche zusammen. Einen offiziellen Antrag auf Bezuschussung habe das Hubschrauberzentrum bisher aber nicht eingereicht. Rund 2,5 Millionen Euro sind "als Minimum" für den Erweiterungsbau sowie die museumspädagogische Umgestaltung der Ausstellung kalkuliert. Nach eigenen Angaben hatte die Geldsammelaktion des Museums bei Industrie, diversen Stiftungen und den Kommunen wie Landkreis und Stadt bisher 1,2 Millionen Euro erbracht, so jedenfalls die Aussagen Raschkes im November des vergangenen Jahres aus Anlass eines Festaktes zum 35-jährigen Bestehen des Hubschraubermuseums. Damals sagte er, dass weitere 1,343 Millionen Euro erforderlich seien. Der Großteil der Hoffnung beruht dabei darauf, dass von dieser Summe EU-Fördermittel in Höhe von 1,2 Millionen Euro fließen. Mithin wären also noch rund 134 000 Euro aufzutreiben gewesen. Voraussetzung für die Zuteilung der EU-Mittel ist aber, dass das Museum mindestens die Hälfte der Gesamtinvestitionssumme aufbringt. Und da scheint in den vergangenen Monaten - entgegen bisheriger Aussagen - eine Finanzierungslücke entstanden zu sein. Woraus diese Lücke entstanden sein könnte, war bisher nicht in Erfahrung zu bringen. Der Bürgermeister bestätigte jedenfalls gegenüber unserer Zeitung, dass mittlerweile eine Zahl von rund 700 000 Euro im Raum stehen würde, die zur Finanzierung des Eigenanteils des Museums noch gebraucht würde. 220 000 Euro seien seinerzeit bereits vom Hubschrauberzentrum beantragt worden. Nun gehe es um weitere 400 000 bis 500 000 Euro. Brombach sieht jedenfalls dringenden Handlungsbedarf. In der Sitzung des Verwaltungsausschusses Ende August will er die Fraktionsspitzenüber die Gespräche informieren und "ausloten", ob die Politik zur Vergabe weiterer Zuschüsse bereit ist. Bisher sei die Politik nicht über die Gespräche informiert worden. Er persönlich sei der Auffassung, dass der Schürmann-Bau realisiert werden soll. Was er auch im Verwaltungsausschuss vortragen werde: "Ein sehr spektakulärer Entwurf, der es wert ist, realisiert zu werden." Auch im Hinblick auf die Förderung des touristischen Stellenwertes der Stadt könne mit dem Bauein weiterer Höhepunkt gesetzt werden. Brombach gab schließlich zu bedenken: "Wenn alles ausgelotet ist und Stadt und Landkreis kein Geld geben, könnte die Konsequenz sein, dass der ,Schürmann' nicht gebaut wird." Für diesen Fall hat das Museum bereits Ersatzpläne in der Hinterhand. Wie Raschke - ebenfalls im November - sagte, müsse dann nachgedacht werden, wie in den vorhandenen Gebäuden das Museum nach modernen museumspädagogischen Gesichtspunkten umgestaltet und für die Zukunft fit gemacht werden könne. Seinerzeit hatten Stadt und Landkreis dem Museum in ihren Grußworten ihre Unterstützung zugesagt. Brombach damals: "Das Museum ist einer der Mittelpunkte der Stadt. Wir haben uns von Anfang an mit dem Museum identifiziert, dem einzigen seiner Art in Europa." Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier: "Bückeburg ist als Stadt der Hubschrauber ein Gewinn für die gesamte Region, die Bundeswehr ein wesentlicher Dienstleister, Arbeitgeber, Kultur- und Ausbildungsträger." Die Stadt istübrigens schon mit Zuschüssen im Boot: Sie kaufte das Schräpler-Gebäude an der Ecke von Bahnhofstraße und Sabléplatz, ließ es mit Städtebauförderungsmitteln abreißen und stellt die Fläche für den Erweiterungsbau zur Verfügungt.

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