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Angst vor späteren Prozessen / Investor: "Jetzt ist die Stadt in der Pflicht"

Geländestreit um "Harden Barracks": Ardagh stoppt die Bebauungspläne

Obernkirchen (sig). Nicht nur den Anliegern der Straße "Zur alten Bückeburg" ist es aufgefallen: Auf dem Gelände der früheren "Harden Barracks" tut sich seit geraumer Zeit nichts mehr. Kein Laster fährt von dort noch Bauschutt ab. Und auch kein Bagger rückt an, um mit dem Bodenaushub zu beginnen. Fakt ist: Die Firma ArdaghGlass ist mit der geplanten Bebauung nicht einverstanden. Sie befürchtet, danach in Prozesse wegen möglicher Lärmbelästigung verwickelt zu werden. Bis zu einer endgültigen Klärung ruht deshalb alles.

veröffentlicht am 17.10.2007 um 00:00 Uhr

Fest verschlossen: der Eingang zum Bereich der früheren "Harden

Es ist sehr fraglich, ob der gordische Knotenüberhaupt so durchschlagen werden kann, dass alle Beteiligten zufrieden sind. ArdaghGlass hüllt sich in Schweigen. Ihr Pressesprecher Patrick Edel erklärte lediglich: "Wir können bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen, um den gesamten Prozess nicht zu beeinflussen." Damit meint er zunächst noch den Ablauf der Verhandlungen und keine richterliche Entscheidung. Der Chef des Hamelner Unternehmens BauVision, Walter Greve, das dieses Gelände mit den maroden Bauten vom Bund erworben hat, spricht dagegen das aufgetretene Problem deutlich an. Er ist über die gegenwärtige Situation natürlich alles andere als erfreut und hat vom TÜV eigens ein Gutachten anfertigen lassen, um für die nötige Aufklärung zu sorgen. Zusammen mit denGutachtern saß man bei ArdaghGlass an einem Tisch. "Jetzt kam von dort die Aussage, dass man bei den früheren "Harden Barracks" kein Bauland haben will", erklärte Walter Greve. Das Gutachten habe jedoch ergeben, dass man diesen Bereich als allgemeines Wohngebiet ausweisen könne, in dem allerdings die Emissionen eines Mischgebietes zugelassen werden, versicherte der Investor. Man habe vier Monate gebraucht, um die möglichen Lärmbelästigungen unter dem Einfluss aller Windrichtungen zu ermitteln, damit das Gutachten keine Lücken aufweise. Keine entscheidende Rolle spiele dabei die Tatsache, dass von Zeit zu Zeit Altglas angeliefert werde, das dann beim Abladen für einen kurzen Augenblick ein "Scheppern" verursache. Das Aufstellen von irgendwelchen Schallschutzwänden bringt wegen der Topographie des abfallenden Geländes nichts. Darüber sind sich alle Beteiligten einig. Ein Rezept, wie es jetzt weitergehen soll, hat jedoch niemand. "Wir haben erst einmal alles weitere Abfahren von Bauschutt gestoppt; das sind gegenwärtig nur unnütze Geldausgaben", erklärte Walter Greve. Der Hamelner Unternehmer sieht jetzt aber die Stadt Obernkirchen in der Pflicht, eine sinnvolle Lösung herbeizuführen. Rat und Bürgermeister der vergangenen Wahlperiode, so betont Greve, "haben dieses Vorhaben befürwortet und waren sehr erfreut, dass wir die maroden Gebäude abreißen und dafür dort Wohnhäuser errichten. Wir wollten im kommenden Frühjahr mit den ersten Bauvorhaben beginnen. Der Rat muss endlich dem Bebauungsplan zustimmen, damit es weitergeht. Ich habe dem neuen Bürgermeister geschrieben und erwarte jetzt eine Antwort von ihm." Bürgermeister Oliver Schäfer erklärte auf Anfrage unserer Zeitung: "Dieses Gelände kann kein reines Wohngebiet werden, bestenfalls ein Mischgebiet. Der Investor wusste um die Probleme, denn er hat an der betreffenden Sitzung des Bauausschusses teilgenommen. Wir wollen natürlich nicht, dass die Glasfabrik Schaden nimmt und eventuell Arbeitsplätze gefährdet werden." Zurzeit weiß niemand, wohin der ganze Hickhack führt. Sollte die Stadt zum Beispiel das Gelände erwerben, um dort kleinere Gewerbebetriebe anzusiedeln und damit die Kuh vom Eis zu bekommen, dann müsste sie wohl tief in die Tasche greifen. Denn inzwischen hat sich einiges an Abrisskosten aufgesummt. Außerdem wird der Investor erwarten, dass er für ihm entgehende Einnahmen entschädigt wird. In der Zwischenzeit wächst Gras über die hohen Schuttberge aus Ziegeln und Beton. Die Natur hat sich bereits des Geländes bemächtigt. Aber endgültig ist auch diese Lösung nicht.

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  • Der Stein des Anstoßes: Die Produktionshallen direkt neben dem geplanten Baugebiet. Wie laut sind sie? Fotos: rnk
Euphorisch begonnen, resigniert gestoppt: Die Mauerreste stammen
  • Euphorisch begonnen, resigniert gestoppt: Die Mauerreste stammen von der "Alten Bückeburg".


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