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Wenn hinterm Rathaus der Hammer fällt: Fundsachen versteigert / Ladenhüter verschenkt

Geklaute Kosmetika und Räder ab zwei Euro

Bad Nenndorf (tes). Wissen, wann der Hammer fällt: Das ist das Geheimnis erfolgreicher Auktionsteilnahme, waren sich die zahlreichen Kaufwilligen bei der Fundsachenversteigerung einig. Wieder einmal ist der Platz hinterm Rathaus zum Dorado für Schnäppchenjäger geworden.

veröffentlicht am 19.06.2007 um 00:00 Uhr

Bei der Versteigerung hinter dem Rathaus kommt ein Mountainbike

"Schon ab ein Uhr mittags waren die Leute zum Gucken da", sagte Tanja Maasch vom Nenndorfer Fundbüro, die gemeinsam mit Kollegin Annegret Saurer die Vorbereitung übernommen hatte. Ordnungsamtsleiter Kurt Junior leitete die Auktion und versteigerte 127 Exponate, davon 40 Fahrräder. Das höchste Gebot lag bei 60 Euro für ein hochwertiges Mountanbike. Das Gros der Räder war bereits ab zwei Euro zu haben. Einige Profis machten davon mehrfach Gebrauch und luden zum Schluss bis zu sechs Stück ins Auto. Enrico Vetter hatte dennoch Glück: Der 13-jährige Lindhorster konnte für 25 Euro ein neues Mountainbike mit nach Hause nehmen. Aus zwei mach eins: Werner Krüger will sich aus dem für drei Euro ersteigerten Fahrrad und den Resten aus seinem verunglückten alten ein funktionsfähiges neues zusammenbauen. "Gestern bin ich von einem Auto vom Rad geholt worden. Ein Neues könnte ich mir nicht leisten", macht der Hartz-IV-Empfänger aus der Not eine Tugend. Der Renner des Tages war ein seltenes Angebot: 70 hochwertige Kosmetikartikel aus Diebesgut wurden im Rahmen der "präventiven Gewinnabschöpfung" für einen Bruchteil des üblichen Handelspreises abgegeben. "Die Polizei hatte die Produkte auf einem Autobahnparkplatz sichergestellt", so Maasch. "Macht richtig Spaß, kleine Schnäppchen zu machen", freute sich Almut Reck aus Lauenau über ihre erfolgreiche erste Teilnahme an einer Versteigerung. Ihre Beute: ein Kajalstift für einen schlappen Euro. Nur ein rostiger Drahtesel fand keinen Abnehmer. "Der junge Mann muss Geld verdienen. Bad Nenndorf will ein Schwimmbad bauen!" - selbst dieser ermunternde Zwischenruf aus der Bieterschar brachte Auktionsleiter Junior kein Gebot. Der Ladenhüter wurde kurzerhand verschenkt. Bei einer Auktion liegen Freude und Enttäuschung nahe beieinander. Ein Kurgast hat vergeblich auf sein Objekt der Begierde gewartet: Die eingangs von Karl-Heinz Frunzel ins Auge gefasste Uhr musste aus der Versteigerung genommen werden, weil die vorgeschriebene Lagerzeit von einem Jahr noch nicht ganz abgelaufen war. Kinderkleidung komme allerdings hinter dem Rathaus nie unter den Hammer, betont Ordnungsamtsmitarbeiterin Maasch: "Die geht an ein Waisenhaus in Russland."



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