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Regional-Express hält in Bückeburg - aber nicht am Bahnsteig

"Geisterfahrt" mit der Bahn

Bückeburg (rc). Ein Erlebnis der besonderen Art hatte unsere Leserin Dr. Doris Windels-Buhr, als sie per Bahn in Bückeburg anreiste, um ihre Mutter zu besuchen. "Eine Geisterfahrt, ein unglaublicher Vorfall", regte sie sich im Nachhinein auf. Das Ende vom Lied: Statt in Bückeburg aussteigen zu können, musste sie bis Minden weiterfahren und von dort per Handy ihre in Bückeburg wartenden Bekannten bitten, sie doch in Minden abzuholen.

veröffentlicht am 30.08.2006 um 00:00 Uhr

Was war passiert? Am Samstagabend vorvergangener Woche reiste Dr. Doris Windels-Buhr mit dem Regional-Express von Hannover an. Um 21.42 Uhr sollte der Zug halten. Tat er auch. Nur nicht da, wo er sollte. "Ichöffnete die Zugtür und schaute auf Gebüsch und Schottergleisbett, nicht auf den Bahnsteig", schilderte sie gegenüber unserer Zeitung: "Auch auf der anderen Seite war kein Bahnsteig." Einige Jugendliche, die ebenfalls aussteigen wollten und sich offenbar auskannten, hangelten sich aus dem Zug und verschwanden in der Dunkelheit. Dr. Doris Windels-Buhr blieb im Zug zurück, die Tür schloss sich und fuhr weiter. Bis Minden. Ein Zugbegleiter war nirgends in Sicht, auch in Minden nicht. Niemand habe den Vorfall klären können. Das tat diese Zeitung. Auf Nachfrage versicherte die Pressestelle der Deutschen Bahn AG, die Sache zu recherchieren und sich zu melden. Tat sie bis gestern nicht. Wohl aber setzte sie sich mit Dr. Doris Windels-Buhr in Verbindung, bedauerte den Vorfall. Der Zugbegleiter sei während der Fahrt "mit einer Kundenangelegenheit" beschäftigt gewesen. Er habe im Dunkeln gesehen, dass der letzte Wagen des Zugs nicht am Bahnsteig gehalten habe. Auch die Jugendlichen habe er gesehen. Der Lokführer habe ebenfalls bemerkt, dass das Zugende nicht am Bahnsteig hielt, schreibt die Bahn AG. Er sei aber davon ausgegangen, es handele sich um die hinten fahrende Lok. Der Kundenservice: "Das kommt schon mal vor, wenn auch selten." Als Entschädigung erhielt Dr. Doris Windels-Buhr einen Reisegutschein über 20 Euro. Ihr Fazit: "Merkwürdig, dass sich keiner gekümmert hat. Ich werde jedenfalls künftig darauf achten, nicht im letzten Wagen einzusteigen. Mit Gepäck klettert es sich schlecht über Gleise."

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