weather-image
Lange Mängelliste / Akute Probleme beim Brandschutz / Auch Umzug oder Neubau in Erwägung

Geisler: Sanierungsstau im "Herderhaus"

Bückeburg (ssr). Das sogenannte "Herderhaus", der Sitz des Kirchenamtes der Schaumburg-lippischen Landeskirche, ist stark sanierungsbedürftig. Und zwar in einem Ausmaß, dass während der Sitzung der Landessynode am vergangenen Wochenende auch Überlegungen aufkamen, für das Amt ein anderes Gebäude zu suchen oder sogar ein neues zu bauen.

veröffentlicht am 18.11.2008 um 00:00 Uhr

0000506059.jpg

Als "ungeheuerlich hoch" bezeichnete der Synodale Jan-Peter Hoth unter Kopfnicken etlicher Kollegen den Betrag von 750 000 Euro, der im Etatentwurf der Kirchenleitung für das Jahr 2009 als Posten für die Sanierung des Kirchenamtes eingestellt worden war - immerhin rund sieben Prozent des gesamten Haushaltes. Doch als Kirchenamtspräsident Sebastian Geisler daraufhin die gravierende Mängelliste des Gebäudes referierte, machte sich in der Synode die Einsicht indringenden Handlungsbedarf breit. Am akutesten sind demnach Missstände mit Blick auf den Brandschutz. Denn nach Darstellung Geislers sind einige Fluchtwege massiv zugestellt, und der einzige Weg vom oberen Stockwerk nach unten ist eine Holztreppe. Diese Auskünfte stießen bei Synodalen auf Erschrecken. "Unbegreiflich", reagierte Heinz Schultheiß (Petzen), "das scheinen mir rechtlich beschwerliche Zustände zu sein." Sein Stadthäger Kollege Jörg Böversen stieß hervor: "Das ist ja gefährlich. Ich bitte, umgehend einen hinreichenden Arbeitsschutz für die Mitarbeiter zu gewährleisten." Über den Brandschutz hinaus führte Geisler eine lange Liste weiterer Defizite auf. Die aus dem Jahr 1981 stammende Heizungsanlage ist technisch hoffnungslos veraltet, das Rohrsystem teilweise verrostet. Die Elektrik in dem Gebäude stammt gar aus dem Jahr 1964. Außenwand und Dach sind völlig ungedämmt, die Abwasserleitungen nahezu komplett verkalkt. Die Telefonanlage wurde noch von der "Deutschen Post" installiert, was Rückschlüsse auf den Stand der Technik im Landeskirchenamt zulässt. Behindertengerecht sind weder die Treppe zum ersten Stockwerk (einen Aufzug gibt es nicht) noch die Sanitäranlagen. Einige Zwischenwände im Haus befinden sich im Rohzustand. Das Fachwerk ist lüftungsdicht gestrichen, eine Sünde gegen den Denkmalschutz. Und nicht zuletzt: Der winzige Eingangsbereich verströmt den Charme einer Gefängniszelle, die Sprechanlage ist völlig veraltet. Ein Synodaler fügte unwidersprochen seine bei einem Besuch kürzlich gemachte Beobachtung hinzu: "In einem Sekretariat fallen die Tapeten runter." Angesichts dieser Schilderungen wurden in der Synode nebenÜberlegungen für eine angemessene Sanierung auch Stimmen für die Suche nach einem anderen Standort laut. "Das Herderhaus ist zwar ein schönes Baudenkmal", sagte Burkhard Peter (Seggebruch), "aber nicht gut funktionsfähig, wir sollten den Bau eines neuen Gebäudes erwägen." Das Herderhaus gehört der Kirchengemeinde Bückeburg. Für diese meldete sich Wieland Kasting zu Wort: "Sollen wir als Kirchengemeinde im Falle eines Umzugs des Kirchenamtes verbrannte Erde überlassen bekommen?" Die Synode gab zunächst 75 000 Euro für Planungskosten frei. Das soll Experten in die Lage versetzen, Sanierungspläne vorzulegen. Gleichzeitig ist die Kirchenleitung beauftragt, Optionen für den Bezug eines anderen Gebäudes oder gar einen Neubau auszuloten. Der Landeskirchenrat wird dazu auch einen Bauausschuss berufen. Die Synodebehält sich die grundlegende Entscheidung über Sanierung, Umzug oder Neubau vor und hat die restlichen 675 000 Euro im Etat 2009 erst einmal gesperrt.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt